Vor gut rund einem halben Jahr rief der Fall eines Mannes, der in einem Wohnhaus in Remscheid enorme Mengen an Waffen gehortet hatte, internationales Medieninteresse hervor. Nun hat die Staatsanwaltschaft Wuppertal gegen den 59 Jahre alten Deutschen und zwei 35 und 38 Jahre alte türkische Staatsbürger Anklage wegen Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz erhoben.
Beim Fall Remscheid handelt es sich nach Einschätzung der Ermittler um einen der größten Waffenfunde in Deutschland der vergangenen Jahrzehnte. Bei der Durchsuchung, die sich im vergangenen Herbst über mehrere Tage hinzog, stellten örtliche Beamte mithilfe von Fachleuten des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen 300 scharfe Schusswaffen, davon 125 Maschinengewehre, 67 Maschinenpistolen, 51 Pistolen, 32 Langwaffen, elf Revolver, 13 Panzerabwehrwaffen, rund 100.000 Schuss Munition und mehrere Handgranaten sicher. Wie die Ermittler damals berichteten, hingen Gewehre und Pistolen in Räumen, die mit uniformierten Schaufensterpuppen und Devotionalien aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg hergerichtet waren, teilweise geladen an den Wänden.

Mehrere der Waffenkammern wurden erst nach intensiver Suche entdeckt. Vor der Tür zu einer der Kammern stand ein Bücherregal mit einem Spiegel, der umgeklappt werden musste, um zu einer Öffnung zu gelangen, in die sich dann eine Türklinke stecken ließ. Hinter Wandverkleidungen stießen die Beamten auf Hohlräume, die mit Munition gefüllt waren.
Der 59 Jahre alte mutmaßliche Waffensammler und Waffenhändler betrieb in dem schieferverkleideten Haus auch eine Autowerkstatt. Der jüngere seiner beiden Mitangeklagten soll in die illegalen Waffengeschäfte eingebunden gewesen sein. Dem älteren wirft die Staatsanwaltschaft Wuppertal vor, von dem Hauptangeklagten sechs Maschinenpistolen sowie einen Revolver jeweils mit Munition erworben und weiterverkauft zu haben.
Gegen einen weiteren Mann, der zwei Maschinenpistolen gekauft haben soll, werde getrennt ermittelt, teilte die Anklagebehörde am Mittwoch mit. Verdeckte Ermittler waren den mutmaßlichen Waffenhändlern seit 2024 auf der Spur.
