Die Leipziger Buchmesse hat erstmals in ihrer
Geschichte mehr als 300.000 Besucherinnen und Besucher angezogen. Wie die
Veranstalter am letzten Messetag mitteilten, kamen rund 313.000 Gäste zur
Buchmesse, dem dazugehörigen Lesefestival Leipzig liest und der
Manga-Comic-Con. Damit übertraf die Messe den bisherigen Rekordwert aus dem
Vorjahr deutlich um 17.000 Besucherinnen und Besucher. Vier Tage lang hatten
sich 2.044 Aussteller aus 54 Ländern in Leipzig präsentiert.
Bei aller Partystimmung angesichts des Rekords – die Zeiten sind unsicher für die Literaturbranche: Im
vorigen Jahr musste der Handel nach zuvor überwiegend stabilen Jahren einen
Umsatzrückgang von 2,9 Prozent hinnehmen. Und auch die ersten Monate 2026
entwickelten sich laut Börsenverein des Deutschen Buchhandels schwach und unter
Vorjahresniveau. Die Menschen sparten wegen der Kriege und Krisen weiterhin.
Buh-Rufe für den Kulturstaatsminister
Darüber hinaus gab es politische Debatten rund um den Deutschen Buchhandlungspreis, ausgelöst von
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos). Er hatte entschieden, drei
linke Buchläden aus Berlin, Bremen und Göttingen wegen nicht näher benannter “verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse” von der Nominierungsliste zu streichen. Dafür wurde er bei der Eröffnung der Messe
von Teilen des Publikums ausgebuht. Eigentlich hätte der Preis erstmals auf der
Buchmesse verliehen werden sollen. Der Kulturstaatsminister sagte die
Veranstaltung allerdings ab und schlug vor, den Preis im nächsten Jahr
weiterzuentwickeln.
