DIE ZEIT: Frau Schröder, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat gesagt, es sei ein strategischer Fehler gewesen, aus der Atomkraft auszusteigen. Damit vollzieht die EU eine Wende im Umgang mit der Kernenergie. Hat von der Leyen recht?

Kristina Schröder: Sie hat absolut recht. Wir wissen: Energieverbrauch und Wohlstand sind weltweit eng miteinander verknüpft. Wenn Deutschland ein wohlhabendes Land bleiben soll, dann brauchen wir sichere und kostengünstige Energiequellen. Das Problem ist doch, dass wir uns nicht allein auf erneuerbare Energien verlassen können, weil tage-, manchmal wochenlang die Sonne nicht scheint und der Wind kaum weht. Deshalb brauchen wir Kernenergie als zuverlässige Ergänzung.