Nach sieben Jahren wurde erstmals wieder die US-Flagge an der Botschaft der USA in Venezuela gehisst. Die neue Geschäftsträgerin Laura Dogu sagte, damit beginne eine “neue Ära” in den Beziehungen zwischen den USA und dem südamerikanischen Land. Die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Staaten waren 2019 abgebrochen worden, nachdem die USA die Wiederwahl des damaligen linksgerichteten Präsidenten Nicolás Maduro nicht anerkannt hatten.
Seit der Gefangennahme Maduros im Januar bei einem US-Militäreinsatz in Caracas wird Venezuela von der früheren Vizepräsidentin Delcy Rodríguez als Übergangspräsidentin geführt. Sie forderte die USA zugleich auf, sämtliche Sanktionen gegen Venezuela aufzuheben. Washington hatte in den vergangenen Wochen bereits mehrere Strafmaßnahmen gelockert und die diplomatischen Beziehungen zu Caracas wieder aufgenommen.
US-Präsident Donald Trump hatte nach der Gefangennahme Maduros gesagt, Venezuela stehe nun unter der Kontrolle der USA. In New York soll ihm wegen “Drogenterrorismus” der Prozess gemacht werden.
Rodríguez war zuvor Vizepräsidentin unter Maduro und wurde nach dessen Gefangennahme vom obersten Gericht Venezuelas als Interimsstaatschefin eingesetzt. Trump bezeichnete sie als “fantastisch” und setzt seitdem auf eine Zusammenarbeit mit der Übergangspräsidentin. Seine Unterstützung für Rodríguez gilt als Rückschlag für die konservative Oppositionspolitikerin María Corina Machado.
Am Freitag genehmigten die USA die Einfuhr von Düngemitteln aus Venezuela. Die Preise für Dünger sind aufgrund des US-israelischen Krieges gegen den Iran und der Blockade der für den Handel wichtigen Meerenge Straße von Hormus stark gestiegen. Außerdem erteilte die US-Regierung mehreren internationalen Energiekonzernen, darunter BP, Chevron, Eni, Repsol und Shell, Lizenzen zur Wiederaufnahme von Geschäften in Venezuela. Trump verlangt im Gegenzug unter anderem Zugang zu den großen Ölvorkommen des südamerikanischen Landes.
