Der deutsche Soziologe und Philosoph Jürgen Habermas ist im Alter von 96 Jahren in Starnberg gestorben. Das teilte der Verlag Suhrkamp auf der Plattform Bluesky mit. Er galt als einer der einflussreichsten Denker der Gegenwart.
Mit seinen Arbeiten zur Theorie der Öffentlichkeit und zum kommunikativen Handeln prägte er die politische Philosophie und Demokratietheorie weltweit. Seine Texte wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und international breit rezipiert.
Über Jahrzehnte hinweg meldete sich Habermas zudem als öffentlicher Intellektueller zu Wort und nahm regelmäßig Einfluss auf politische Debatten in Deutschland. Seine Beiträge reichten von der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit bis zu Fragen der europäischen Integration.
Habermas war der bekannteste Vertreter der zweiten Generation der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule. Er knüpfte damit an Denker wie Theodor W. Adorno und Max Horkheimer an. Zugleich entwickelte er die Tradition der Kritischen Theorie in eigenständiger Weise weiter.
Als sein Hauptwerk gilt die 1981 erschienene Theorie des kommunikativen Handelns. Darin entwickelte Habermas die Idee, dass gesellschaftliche Verständigung durch rationalen Dialog und öffentliche Diskussion entsteht. Das Werk zählt zu den einflussreichsten philosophischen Veröffentlichungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
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