Vielleicht war es eine Routinefahrt, auf der die Arctic Metagaz, womöglich Teil der russischen Schattenflotte, sanktioniertes Flüssiggas laut Medienberichten vom Hafen von Murmansk nach China brachte. Schiffspositionsdaten lassen vermuten, dass das häufiger vorkommt. Demnach machte der Tanker im vergangenen halben Jahr regelmäßig vor dem Suezkanal halt, den das Schiff im Winter, wenn das Polarmeer zugefroren ist, passieren muss.
So
schien das Schiff auch Anfang März wieder auf dem Weg nach China zu
sein; eines der Länder, das Russland auch nach dessen Angriff auf die
Ukraine Öl und Gas abkauft. Aber bis zum Suezkanal sollte die 277 Meter lange Arctic Metagaz nicht kommen. Die letzte Position, die der russische LNG-Tanker im Mittelmeer funkte, lag etwa 37 Kilometer östlich von Malta. Und für das, was am Morgen des 3. März passierte, gibt es keine sicheren Quellen. Dafür aber spektakuläre Bilder, mutmaßlich vom Unfallort. Sie zeigen einen riesigen Feuerball am Horizont. Bilder des mutmaßlich getroffenen Schiffes postete ein ukrainischer Aktivist aus dem Militärumfeld auf der Plattform X. Auf ihnen sah man einen havarierten Tanker, in dessen Rumpf ein riesiges Loch klafft. Dazu kommen mehrere Videos, dem Anschein nach von einer brennenden Arctic Metagaz. Unabhängig überprüfen lässt sich das derzeit kaum. Überhaupt gibt es seit zehn Tagen keine verifizierten Bilder, keine öffentlich zugänglichen hochauflösenden Satellitendaten oder Bilder aus der Luft.
