Der britische Premierminister Keir Starmer wurde vor der Ernennung von Peter Mandelson zum britischen US-Botschafter vor einem möglichen Reputationsschaden gewarnt. Das geht aus Akten hervor, die die britische Regierung in der Affäre um Mandelsons Verbindungen zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein jetzt veröffentlichte.
Starmer sei im Dezember 2024 in einem Dokument auf das Risiko im Zusammenhang mit der Ernennung Mandelsons aufmerksam gemacht worden. Die Bedenken seiner Mitarbeitenden hielten Starmer aber nicht davon ab, Mandelson zum Botschafter zu machen. Er erhoffte sich, durch die Ernennung des 72-Jährigen eine gute Beziehung zu US-Präsident Donald Trump.
Mandelson wurde am 23. Februar in seinem Londoner Haus wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen. Er wurde wieder freigelassen, die polizeilichen Ermittlungen dauern an. Mandelson hat die Anschuldigungen zurückgewiesen und wurde bislang nicht angeklagt. Ihm werden keine sexuellen Übergriffe vorgeworfen.
Starmer entließ Mandelson im September nach Enthüllungen über dessen Verbindungen zu Epstein, sieht sich aber massiver Kritik ausgesetzt, weil er Mandelson den Posten in Washington angeboten hatte, den dieser monatelang innehatte.
Bei dem Dokument, mit dem Starmer gewarnt wurde, handelte es sich um einen Bericht, den Staatsbedienstete vorbereitet hatten. Darin wurde das Verhältnis zwischen Mandelson und Epstein beschrieben, zwischen denen es von mindestens 2002 bis 2019, dem Todesjahr von Epstein, Verbindungen gegeben habe.
Der Artikel wird weiter aktualisiert.
