
Der immer intensiver werdende Lebensstil beeinträchtigt die Schlafqualität. Das zeigen neue Studienergebnisse aus Frankreich. Dort gaben die Bürger in einer jüngsten Umfrage an, unter der Woche im Durchschnitt nur sechs Stunden und 50 Minuten zu schlafen – 14 Minuten weniger als in der letztjährigen Umfrage. Jeder Zweite gibt zudem an, müde aufzuwachen. Und 38 Prozent berichten von Schlafstörungen, wobei Schlaflosigkeit die häufigste Störung sei. Durchgeführt wurde die Umfrage vom Meinungsforschungsinstitut OpinionWay im Auftrag des Nationalen Instituts für Schlaf und Wachsamkeit (INSV) und der Stiftung Vinci Autoroutes. Dafür befragt wurde eine repräsentative Stichprobe von 1000 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren.
Auch wenn die durchschnittliche Schlafzeit am Wochenende mit sieben Stunden und 48 Minuten um zehn Minuten gestiegen ist, steht für die Studienautoren fest: Die Qualität des Nachtschlafs bleibt „fragil“, und die Corona-Pandemie mit Lockdowns und der stärkeren Verbreitung von Homeoffice habe diese Entwicklung verschärft. Am INSV verweist man auf Lärm, Hitze, Lichtverschmutzung, ständige Erreichbarkeit und atypische Arbeitszeiten. „Unsere Gewohnheiten und Lebensumstände stören unsere biologische Uhr und verstärken den Schlafmangel“, resümiert das Institut. Hinter Schlafstörungen verberge sich schließlich oft eine tiefe Diskrepanz zwischen den biologischen Rhythmen und den Rhythmen, die der heutige Lebensstil den Menschen auferlegt.
Franzosen verbringen zu wenig Zeit im Freien
„Natürliches Licht ist der wichtigste Synchronisator der biologischen Uhr“, so das INSV weiter. Dennoch verbringen 71 Prozent der Franzosen unter der Woche weniger als eine Stunde am Tag im Freien. Zugleich sei die Bildschirmbelastung hoch. 58 Prozent der Franzosen schliefen mit eingeschaltetem Smartphone in ihrem Schlafzimmer und fast ein Drittel schlafe mit einem eingeschalteten elektronischen Gerät ein. Infolgedessen trete bei diesen Personen häufiger Hypersomnolenz auf, also eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit – „ein Warnsignal für unzureichenden oder unterbrochenen Schlaf“, betonen die Schlafforscher vom INSV.
Die Folgen können schwerwiegend sein. So geben in der Umfrage 25 Prozent der Franzosen an, im vergangenen Jahr mindestens einmal am Steuer eingeschlafen zu sein. Bei Nachtarbeitern, Schichtarbeitern und Arbeitnehmern mit unregelmäßigen Arbeitszeiten seien es gar 43 Prozent. Zu den einfachen Empfehlungen der Schlafforscher gehört, sich jeden Morgen mindestens eine Stunde lang dem natürlichen Licht auszusetzen. Abends solle man warmes, gedämpftes Licht kaltem Licht vorziehen, nachts das Smartphone beiseitelegen und Benachrichtigungen ausschalten. Auch eine gute Durchlüftung des Schlafzimmers sei wichtig. Die ideale Zimmertemperatur liegt laut INSV zwischen 18 und 20 Grad.
