
Das Wahlalter zu senken, war ein Wunsch, den die Grünen schon lange haben. In Baden-Württemberg wurde er heute zum ersten Mal wahr, erstmals durften 16 und 17 Jahre alte Jugendliche an der Landtagswahl teilnehmen. Die Partei hatte einige Jahre große Erfolge bei jungen Wählern – zuletzt aber standen bei jungen Deutschen andere Parteien in der Gunst höher.
Nach einer Umfrage von Infratest dimap für die ARD am Wahltag waren die Grünen bei den Erstwählern stärkste Partei mit 29 Prozent Stimmanteil. Zu den Erstwählern zählen aber auch junge Erwachsene, die erst nach der vergangenen Landtagswahl volljährig wurden.
Hinter den Grünen liegt demnach die CDU mit 16 Prozent auf Platz zwei, vor der AfD mit 15 Prozent und die Linken mit 14 Prozent. SPD und FDP liegen der Umfrage zufolge bei Erstwählern bei jeweils sechs Prozent. Besonders die Liberalen sind in dieser Kategorie regelrecht eingebrochen. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren lagen sie bei den Erstwählern noch bei 15 Prozent. Zulegen konnten dort laut Infratest dimap vor allem AfD und Linke.
Schon bei der Europawahl 2024 gab es in Baden-Württemberg, wie in ganz Deutschland, 16 und 17 Jahre alte Wähler. In Baden-Württemberg lagen damals in der Altersgruppe der 16 bis 24 Jahre alten Wähler die CDU und die AfD vor den Grünen. Die jüngste Wählerschaft aller Parteien hatte damals in Baden-Württemberg die Linke.
Laut der baden-württembergischen Landeszentrale für politische Bildung waren nun bei der Landtagswahl insgesamt etwa 650.000 Personen zum ersten Mal wahlberechtigt. Das entspricht 8,4 Prozent der Wahlberechtigten.
