Bei der Wahl des Münchner Oberbürgermeisters zeichnen sich deutliche Verluste für Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) ab. Nach Auszählung fast aller Stimmbezirke kam er auf 35,6 Prozent der Stimmen, gefolgt von dem Grünen-Kandidaten Dominik Krause mit 29,5 Prozent. Auf dem dritten Platz liegt Clemens Baumgärtner (CSU) mit 21,3 Prozent.
Mit diesem Ergebnis müsste die Wahl zum Oberbürgermeister am 22. März in einer Stichwahl entschieden werden. 2020 hatte Reiter im ersten Wahlgang noch 47,9 Prozent der Stimmen erhalten. Reiter war zuletzt wegen seiner Tätigkeit für den FC Bayern und seinem Umgang damit in der Kritik gewesen.
Reiter führte sein schlechtes Ergebnis auf die Kritik der vergangenen Wochen zurück. “Ich habe in den letzten zwei Wochen ein, zwei Fehler gemacht”, sagte er am Abend in München und sprach von einem “für mich doch enttäuschenden Wahlabend”, berichtet der Bayerische Rundfunk. Der 67-Jährige bedankte sich bei seiner Partei und den Wählern, “die mir trotz der letzten zwei Wochen ihr Vertrauen geschenkt haben”. Nun gelte es bis zur Stichwahl, “verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen”.
Reiter hatte am Donnerstag in einer Erklärung eingeräumt, seit Ende 2021 für sein Engagement im Verwaltungsbeirat des Fußball-Bundesligisten FC Bayern München halbjährlich 10.000 Euro erhalten zu haben. “Dass dadurch eine Genehmigung des Stadtrats notwendig gewesen wäre, war mir nicht bewusst”, teilte Reiter mit. Bei Einkünften, die mehr als 10.000 Euro jährlich einbringen, muss das Gremium normalerweise vorab befasst werden. Als erster Mann des Verwaltungsbeirats erhält er auch einen Sitz im Aufsichtsrat des Klubs. Über die Honorierung dieses Postens und die Frage, ob er auch hierfür vorab eine Genehmigung des Münchner Stadtrats hätte einholen müssen, gibt es ebenfalls Diskussionen.
Weitere Entscheidungen werden wohl vertagt
Bei der Kommunalwahl in Bayern deuten die vorläufigen Ergebnisse im Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters in Bayerns zweitgrößter Stadt Nürnberg auch auf eine Stichwahl hin. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, erhielt Amtsinhaber Marcus König (CSU) nach der Auszählung der Hälfte der 726 Gebiete 47 Prozent, der SPD-Herausforderer Nasser Ahmed etwa 26 Prozent. Für König ist damit noch eine absolute Mehrheit und damit ein Sieg im ersten Wahlgang möglich. Die Grünen-Bewerberin Britta Walthelm und der AfD-Kandidat Roland-Alexander Hübscher liegen mit rund zehn Prozent deutlich zurück.
Die Augsburger Oberbürgermeisterin Eva Weber wird ihr Amt in zwei Wochen wohl auch bei einer Stichwahl verteidigen müssen. Nach Angaben der Stadt kommt die CSU-Politikerin nach der Auszählung von 205 der 254 Stimmgebiete auf 33,7 Prozent, gefolgt von Florian Freund (SPD) mit 19,6 Prozent. Auf dem dritten Platz rangiert die Grünen-Kandidatin Martina Wild mit 15,9 Prozent. Darauf folgt AfD-Politiker Andreas Jurca mit 13,5 Prozent.
Bereits am späten Nachmittag hatte sich eine hohe Wahlbeteiligung abgezeichnet. In Augsburg hatten bis 16 Uhr bereits 30,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, berichtet der Münchner Merkur. 2020 waren es zum selben Zeitpunkt nur 28,3 Prozent. Auch Würzburg habe einen Anstieg verzeichnet: Um 15 Uhr habe der Wert bei 21,9 Prozent gelegen – im Vergleich zu 17,5 Prozent bei der vorherigen Kommunalwahl. In Nürnberg hätten zwei Stunden vor Ende der Abstimmung schon 45,6 Prozent gewählt – Briefwähler anteilig eingerechnet. 2020 betrug dieser Wert lediglich 38,5 Prozent.
