Armin Petras betont in seiner Bearbeitung von Tolstois “Krieg und Frieden” den Kampf der Geschlechter. Am Ende siegt im Theater Bremen aber das Melodram.
© Jörg Landsberg
Think big in Bremen. Gesoffen wird in den gut dreieinhalb, meistens kurzweiligen Stunden im Theater grundsätzlich aus großen Kanistern. Viel anders sieht es an diesem Frühlingssamstag auch außerhalb des Theaters nicht aus. Alle zehn Meter sieht man Bollerwagen mit etwas Gemüse (Grünkohl), etwas Fleisch (Pinkel) und sehr viel Alkohol. Diese sogenannten Kohltouren sind im Norden normal. Die lauten Todesschreie hört man derweil zum Glück nur im Theater, dafür ist das Sterben aber aus der Nähe zu sehen. Ein Steg verlängert die schon so beachtliche Bühne ins Parkett, darauf steht ein Sterbebett mit Schläuchen, in denen Blut zirkuliert (Bühne: Peta Schickart, der einen Betonbunker gebaut hat mit Einschlagloch in der Decke). Wir sehen den Tod in Großaufnahme.
