Erik und ich stehen vor einem Mehrfamilienhaus in Jaffa, im Süden von Tel Aviv, und warten
auf den nächsten Raketenalarm. Unter dem Haus befindet sich der größte öffentliche Luftschutzbunker der Gegend. Erik ist Fotograf, ich bin Korrespondentin in Israel, zusammen wollen wir über die Folgen des von den USA und Israel koordinierten Angriffs auf das iranische Regime berichten. Wir wollen herausfinden, wie die Menschen hier mit diesem neuen Krieg umgehen. Deshalb warten wir hier.
Seit dem Morgen haben die
Sirenen im gesamten Land nahezu durchgehend geheult. Israel hat eine Nachrichtensperre verhängt und gibt bisher nur wenige Informationen über die
iranischen Vergeltungsangriffe. Meldungen über Opfer und Schäden
unterliegen der israelischen Zensur. Aber der allgemeine Eindruck ist: Das
iranische Regime reagiert heftiger, als es von einigen Experten erwartet worden
war. Aus den Golfstaaten tauchen Videos auf, wie eine iranische Drohne ein
Hochhaus in Bahrain trifft, wie ein Geschoss Dubais Wahrzeichen Burdsch Chalifa nur knapp verfehlt. Auch aus
Syrien und Irak werden immer wieder Einschläge gemeldet.
