Es gibt einen Gegner der Jugend, und der heißt Geld. Mit Geld umgehen zu müssen, ist immer schlecht. Hat man keins, ist das Leben unerquicklich, weil einem die Erfüllung all der kleinen und großen Konsumversprechen verwehrt bleibt, die angeblich dazugehören. Hat man welches, wird es auch nicht besser. Sobald es da ist, ist es wieder weg. Es rinnt einem nur so aus der Tasche. Jeder Coffee to go ist Teil des Ruins.
Luna hat dieses Problem in einer besonders zeitgemäßen Ausprägung. Sie ist ständig pleite, obwohl sie eigentlich Geld verdient. Sie arbeitet als Saunameisterin und verbringt viele Stunden in der Woche damit, Aufgüsse zu machen. Das klingt nach schwerer Arbeit, nach Hitze, Konzentration und Verantwortung. Nach etwas, wofür man am Ende des Monats Geld auf dem Konto haben müsste. Doch das Geld schwindet einfach. Lautlos, weil die Bezahlsysteme das Geldausgeben schmerzfrei gemacht haben. Man spürt nichts mehr. Kein Scheinezählen, kein Abwägen, kein Zögern. Nur ein kurzes Piepen, das alles besiegelt.
