Was geschah im vergangenen Jahr im Freibad der hessischen Stadt Gelnhausen? Zwei Männer stehen seit heute wegen des Vorwurfs vor Gericht, fünf Mädchen im Alter zwischen 13 und 15 Jahren sexuell belästigt zu haben. Die beiden angeklagten Syrer im Alter von 19 und 29 Jahren wiesen zu Prozessbeginn die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurück. Sie äußerten die Vermutung, es handele sich um eine Verwechslung.
Die Staatsanwältin berichtete, die fünf Mädchen seien unter anderem an Gesäß und Brust berührt worden und hätten dabei Ekel, Angst und Wut empfunden. Sie hätten klargemacht, dass sie dieses Verhalten verabscheuten. Eine 14-Jährige habe ihrem Angreifer sogar gesagt, «er soll sich verpissen».
Ein Unbekannter mit Zahnlücke und Tätowierungen
Die beiden Angeklagten erklärten, sie wollten sich zu den Vorfällen äußern und dem Gericht auf diese Weise helfen, die tatsächlichen Vorgänge aufzuklären. Dabei geht es nach ihrer Einschätzung um einen bislang unbekannten Mann «mit Zahnlücke und Tatoos», der möglicherweise hinter den Übergriffen stecken könnte. Der Ältere der beiden erklärte, er sei dem Mann kurz im Becken beim Ballspiel begegnet. Er habe ihm gesagt, er sei aus Rumänien. Näheren Kontakt habe es aber nicht gegeben.
Der Polizist, der mit einem Kollegen als erste Streifenbeamte am 22. Juni 2025 im Barbarossabad eingetroffen war, berichtete als Zeuge, der Bademeister habe ihm bei seinem Eintreffen gesagt, «dass er die Beschuldigten noch im Blick hätte». An dem heißen Tag sei das Schwimmbad überfüllt gewesen. «Es war eine chaotische Situation vor Ort, völlig undurchsichtig».
Der Bademeister, an den sich die Mädchen zuerst gewandt hatten, habe die beiden Beschuldigten erkannt, berichtete der Polizist weiter. Er habe das Duo aus dem Becken geholt. Nach der Feststellung der Personalien habe sich herausgestellt, dass die beiden sich – anders als zunächst behauptet – kannten und auch nicht allein in dem Schwimmbad waren, sondern mit einer Gruppe.
Am Beckenrand hatte sich bei seinem Eintreffen bereits eine Gruppe von etwa 15 bis 20 Mädchen versammelt, sagte der Polizist. Darunter waren, wie sich im Zuge der Ermittlungen herausstellte, auch die fünf angegriffenen Mädchen sowie deren Freundinnen und Bekannten. Sein Kollege habe derweil ein Auge auf die beiden Beschuldigten gehabt, die mittlerweile in der Nähe der Umkleidekabinen das weitere Geschehen abwarten mussten.
Die Angeklagten zeigen sich überrascht
Die beiden Angeklagten sagten, sie seien überrascht gewesen, dass sich die Anschuldigungen schließlich gegen sie gerichtet hätten. Anfangs seien sie von der Polizei lediglich nach dem Mann mit der Zahnlücke befragt worden. Immer wieder hätten sie den Polizisten gesagt, sie sollten ihnen die Mädchen zeigen, die sie beschuldigten. Doch das sei nicht geschehen.
Der Polizist erklärte, in der unklaren Situation im Schwimmbad wäre eine Gegenüberstellung keine gute Idee gewesen, da dies zu einer Eskalation hätte führen können. «Wir waren zu wenige vor Ort», erklärte er.
Der Polizist berichtete weiter, nach einem entsprechenden Hinweis sei auf dem Schwimmbadgelände auch nach einem Mann mit einer Zahnlücke gesucht worden – ohne Ergebnis.
Ermittlungen gegen drei weitere Männer eingestellt
Bei den Ermittlungen waren auch Wohnungen durchsucht und den Zeuginnen Bilder vorgelegt worden, anhand derer sie die Verdächtigen identifizieren sollten. Die Ermittlungen gegen drei weitere Männer wurden eingestellt, darunter war offenbar auch ein Bruder des älteren Angeklagten.
Für den Prozess sind noch drei weitere Termine angesetzt. Dabei werden vermutlich auch die angegriffenen Mädchen aussagen – möglicherweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
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