Im Rahmen des Investitionsgipfels Invest in Germany in Berlin sind laut der Bundesregierung Zusagen für Investitionen von rund 230 Milliarden Euro gemacht worden. Das sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zum Abschluss des Gipfels. Zusagen gab es demnach etwa von dem US-Konzern Amazon, dem US-Chiphersteller Nvidia, dem Energiekonzern RWE, der Schwarz-Gruppe, der US-Investmentgesellschaft Blackstone, dem US-Techkonzern Microsoft und dem Impfstoffhersteller Sanofi. »Ich bin den Investoren für ihr Vertrauen in unser Land dankbar«, sagte Merz. »Wir wollen und wir werden diesem Vertrauen gerecht werden.«
Merz will Bedingungen für Investitionen verbessern
Die Bundesregierung werde die Bedingungen für Investitionen unter anderem durch weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungen und Infrastrukturausbau verbessern, sagte der Kanzler. Der Gipfel sei nur der Anfang. »Wir werden das wiederholen und weiter um Investoren werben«, sagte Merz.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche verwies ebenfalls auf nötige strukturelle Reformen. Neben den Sozialversicherungssystemen, deren Kosten Arbeit verteuerten, nannte Reiche einen flexibleren Arbeitsmarkt, einen gelockerten Kündigungsschutz und längeres Arbeiten sowie die Senkung der Energiekosten.
In der genannten Summe an Investitionen seien nur Projekte mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro enthalten, hatte Reiche (CDU) zuvor im Deutschlandfunk gesagt. In welchem Zusammenhang die Zusagen genau stehen und ob einige unabhängig vom Investitionsgipfel getätigt wurden, ist noch offen.
Unternehmen der Initiative Made for Germany hatten nach Angaben von Merz bereits Investitionen in Höhe von 800 Milliarden Euro bis 2028 zugesagt. »Wir sehen ein beschleunigtes Wachstum im Jahr 2026 – trotz steigenden geopolitischen Drucks und eines Sprungs der Energiepreise«, sagte der Kanzler. Der Internationale Währungsfonds habe die Wachstumsannahme für Deutschland auf 1,3 Prozent in diesem Jahr erhöht, außerdem seien die ausländischen Direktinvestitionen im vergangenen Jahr um 50 Prozent auf 86 Milliarden Euro gestiegen. Zudem sei die Zahl der Gründungen von Start-ups sprunghaft angestiegen.
»Um diesen Mittelstand beneidet uns jeder«
Merz forderte Unternehmen auf dem Gipfel auf, verstärkt künstliche Intelligenz (KI) einzusetzen. »Unsere beste Chance, die wirtschaftlichen Chancen der KI optimal zu nutzen, besteht darin, uns weiterzubilden und uns in die Lage zu versetzen, den Aufbau unserer eigenen KI-Kapazitäten und -Fähigkeiten voranzutreiben«, sagte er. »Deshalb schlagen wir heute einen ehrgeizigen deutschen und europäischen Kurs ein, insbesondere im Bereich der industriellen KI.«
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) forderte anlässlich des Investitionsgipfels eine positivere Erzählung von künstlicher Intelligenz. »Wir müssen die KI-Geschichte wesentlich positiver erzählen«, sagte Bär im ARD‑Morgenmagazin. KI werde in Deutschland einen Siegeszug einläuten, wenn sie auch angewendet werde. Der deutsche Mittelstand habe dabei weltweit das größte Potenzial. »Um diesen Mittelstand beneidet uns jeder«, sagte Bär.
