Im Prozess um den Tod der argentinischen Fußballikone Diego Armando Maradona im Jahr 2020 hat die Staatsanwaltschaft Gefängnisstrafen zwischen vier und zwölf Jahren für sechs der sieben Mitglieder des medizinischen Teams gefordert. Die Anklage warf dem Behandlungsteam zu Beginn ihres Schlussplädoyers vor, den kranken Maradona durch »chaotisches« Handeln seinem Schicksal überlassen zu haben.
Die Staatsanwaltschaft forderte für drei der sieben Mitglieder des Teams eine Gefängnisstrafe zwischen acht und zwölf Jahren wegen Tötung mit bedingtem Vorsatz. Für drei andere verlangte die Staatsanwaltschaft zwischen vier und fünf Jahren wegen fahrlässiger Tötung. Für den siebten Angeklagten, einen externen Mediziner, der Maradona nur einmal besucht hatte, verlangte die Staatsanwaltschaft keine Strafe.
Staatsanwalt Patricio Ferrari sagte, die Mediziner hätten im Umgang mit dem damals 60-jährigen Maradona »ihre Pflichten verletzt« und gegen anerkannte Behandlungsmethoden verstoßen. Mehrere medizinische Experten sagten aus, Maradonas Behandlungsteam habe auf wichtige Warnsignale vor dessen Tod nicht reagiert.
»Der Tod von Diego Armando Maradona kam ganz offensichtlich nicht aus dem Nichts. Die Anzeichen traten schon lange vorher auf«, sagte Staatsanwalt Cosme Iribarren. Die Anklage präsentierte vor Gericht erneut Bilder des Toten mit einem geschwollenen Bauch.
Tod nach Hirnoperation
Der frühere Fußballstar war am 25. November 2020 gestorben, zwei Wochen nach einer Hirnoperation. Todesursache waren laut Obduktion ein Herzinfarkt und ein Lungenödem.
Seit April steht das siebenköpfige Team aus Ärzten, Psychiatern, Psychologen und Pflegern wegen Maradonas Tod vor Gericht. Sie hatten ihn in einem von ihm angemieteten Haus nach der Operation betreut. Den Angeklagten wird vorgeworfen, wider besseres Wissen grob nachlässig gehandelt zu haben. Die Angeklagten weisen die Vorwürfe zurück.
