Der
neue Verkehrsminister Steffen Bilger, gerade drei Wochen im Amt, sitzt an einem Abend im August in einem Berliner Fernsehstudio. Im Interview mit der Moderatorin Sandra Maischberger geht es um seine holprige Ernennung als Minister, verspätete Züge und Geldprobleme bei der
Bahn. Doch dann holt Bilger ein altes Thema wieder ein: die Pkw‑Maut. Ob es
denn einen neuen Anlauf brauche, fragt Maischberger. Bilger lächelt gequält, erklärt, eine
solche Abgabe sei nicht Teil des Koalitionsvertrags. »Natürlich weiß ich, dass
es Argumente dafür gibt, weil fast alle anderen europäischen Länder auch
Mautsysteme haben«, sagt Bilger. »Es ist sehr ärgerlich, dass die Mautdebatte
in Deutschland verbrannt ist.« Bilger will nicht weiter
ins Detail gehen, auch sein Ministerium versucht auf ZEIT-Anfrage zu
beschwichtigen. Man will, so scheint es, keine neue Debatte über eine Pkw-Maut
entfachen.
