TikTok hat im US-Bundesstaat Alabama einen Prozess um
mutmaßlich mangelhaften Schutz Minderjähriger vor Social-Media-Sucht mit
einem Vergleich abgewendet. Das Unternehmen müsse ihm Rahmen der Einigung
mindestens 100 Millionen Dollar zahlen und die tägliche Nutzungszeit für junge
Nutzer auf zwei Stunden begrenzen, teilte der Generalstaatsanwalt Steve
Marshall mit.
Die Mindestsumme muss den Angaben zufolge binnen 45 Tagen
gezahlt werden. Unter bestimmten Bedingungen könne sie auf bis zu 300 Millionen
Dollar heraufgesetzt werden.
Der Vergleich beendet das Verfahren drei Tage vor dem
geplanten Prozessbeginn in Montgomery. Klagen von mehr als einem Dutzend
weiterer US-Bundesstaaten gegen TikTok bleiben davon unberührt.
Vergleich auch in Kalifornien
Der Bundesstaat Alabama hatte TikTok und dessen
chinesische Muttergesellschaft Bytedance bereits im April 2025 verklagt. Die
App verführe junge Nutzer ähnlich wie »Spielautomaten«, hieß es in
der Klage. Ermittler, die sich als 13- bis 15-Jährige bei der App registrierten,
bekamen demnach unter anderem Videos über Suizide, Selbstverletzungen,
Essstörungen sowie Alkohol und Sex angezeigt.
Der Bundesstaat warf TikTok zudem vor, Eltern über
Schutzfunktionen für Minderjährige getäuscht zu haben. TikTok hatte die
Vorwürfe zurückgewiesen und sich auf ein US-Bundesgesetz berufen, das
Online-Plattformen von einer Haftung für von Nutzern veröffentlichte Inhalte
entbindet.
Auch im Bundesstaat Kalifornien hatte TikTok sich für
eine außergerichtliche Beilegung der Klage entschieden. Details zu dem
Vergleich wurden damals nicht genannt. Eine Klage gegen den Facebook-Konzern
Meta und die Videoplattform YouTube wird dort jedoch fortgeführt. In diesem Jahr
hatten in den USA bereits mehrere Prozesse gegen die Instagram- und
Facebook-Mutter Meta sowie die Videoplattform Youtube von Google stattgefunden. Die Konzerne wurden teilweise zu hohen Strafzahlungen verurteilt.
