
Es wäre sicher übertrieben, von einer Neigung zur Crashphantasie zu sprechen. Tatsächlich aber versuchen Anleger immer wieder auszuloten, welche Gefahren hinter welche Ecke lauern. Gefahren gibt es viele. Der Krieg im Iran, die geopolitischen Spannungen, die Übermacht Chinas. Inzwischen ist sogar die ansonsten so stabile deutsche Innenpolitik zu einem Unsicherheitsfaktor geworden. Die Märkte geben sich bisher gelassen.
Für Panik ist noch immer Zeit, wenn das Öl wirklich knapp wird oder der Kanzler der größten europäischen Volkswirtschaft tatsächlich stolpert. Wechseln die Krisenherde stetig in den vergangenen Jahren, so sind die Immobilienmärkte seit Jahren ein Garant für Sorge. Galoppieren die Preise davon, ist dies nicht für den Immobiliensektor selbst ein Problem. Wackeln Kredite, wackeln die die Finanzierung bereitstellenden Banken direkt mit. Das ist vor allem in Deutschland ein Problem.
Da ist es fast wohltuend, dass die Schweizer Großbank UBS in ihrer jüngsten Studie eine Entwarnung gibt. „Das Risiko für eine Immobilienblase in Frankfurt und München ist trotz hoher Wohnungspreise moderat“, heißt es dort. Immerhin eine Blase weniger. Denn im Bereich der Künstlichen Intelligenz hat sich längst eine neue Blase entwickelt, deren Platzen weltweite Erschütterung auslösen könnte. Doch noch ist es nicht so weit, für Panik ist noch Zeit.
