
Das ist schon eine Truppe, die sich da am Tatort versammelt. Beim ersten Hinhören würde man die Herrschaften nicht als Polizeikommissare identifizieren. Ihre Konversation klingt eher wie das Vorspiel einer Kneipenschlägerei. Und dann wissen die Ermittler der Kripo Hamm noch nicht einmal, ob es hier tatsächlich um Mord geht oder nicht doch um Sachbeschädigung.
Wofür also das „große Besteck, Spusi und ein paar Blaue zum Absichern“? Der Tote ist nämlich ein Hund. Allerdings ist es nicht irgendein Vierbeiner, es ist Benno, der beste Spürhund weit und breit, und „Einer von uns“, wie es im Titel dieses „Radio-Tatorts“ heißt. Aber warum erschießt jemand einen Spürhund?
Der kokst, das weiß doch jeder
Antwort könnte vielleicht der Kollege Daltrup geben, der mit Benno unterwegs war, doch der ist plötzlich verschwunden und bleibt es. Gerüchteweise soll Daltrup in Drogenhandel verwickelt sein. Es sei doch ein offenes Geheimnis, dass der kokst, bringen die Kommissare Ditters (Christine Prayon), Latotzke (Sönke Möhring), Lenz (Matthias Leja) und Scholz (Uwe Ochsenknecht) in Erfahrung. Ob das die Spur ist, die zur Lösung des Falles führt? Und wieso gibt sich Daltrups Kollegin Gülce (Pinar Erincin) bei der Befragung so andeutungsreich und zugleich verschlossen?
Der clevere Lenz traut ihr nicht und hat dafür Gründe, Latotzke klappert halb Hamm ab, um Daltrups Umfeld zu erkunden, Ditters kombiniert und zieht die richtigen Schlüsse, und Scholz gibt den ausgleichenden Chef und hält den Laden, bei allem großsprecherischen Getue, gut beisammen.
Der Autor Dirk Schmidt hat dieser Combo dankbare Dialoge hingeschrieben, in denen sich der überschaubar vertrackte Fall in der routinierten Inszenierung von Martin Zylka in amüsanten Schlagfertigkeitsrunden entwickelt. Um Drogen geht es am Ende nicht, sondern um Daten, deren Träger zu erschnüffeln Benno trainiert war. Von wegen Sachbeschädigung! Benno und Daltrup hatten mit einer großen Sache zu tun, Gülce ist nicht die, die zu sein sie vorgibt, und beim Finale Furioso mit reichlich Geballer sollen die vermeintlichen Loser-Provinz-Cops aus Hamm doch bitte höflich beiseitetreten.
„Die haben doch alle so was von einen an der Tasse“, sagt Scholz schließlich und hat recht. Das hier zu Gehör gebrachte Polizisten-Quartett bildet ein schönes Radio-Pendant etwa zu den TV-Kollegen aus Münster. Das kann man sich gut anhören.
