
Die Aktion war nicht seine Idee. Dennoch hilft das Geld, das in wenigen Stunden zusammengekommen ist, Maxwell Richter, dem Sohn des Schauspielers Ralf Richter, die Beerdigung seines Vaters zu bezahlen. Und darum ist er auch dankbar für die Idee, die Muriel Tacke hatte, eine enge Freundin der Familie.
Ralf Richter, der mit Filmen wie „Das Boot“ und „Boom Boom Bang“ bekannt wurde, war in der Nacht zu Dienstag im Alter von 69 Jahren in Köln gestorben. Nur wenig später wurde die Spendenaktion auf der Plattform GoFundMe gestartet, die es der Familie ermöglichen soll, „Ralf einen würdevollen Abschied zu bereiten und ihnen zumindest die finanzielle Sorge in dieser schweren Zeit abzunehmen“, wie es im Text auf der Seite als Erklärung dazu hieß.
21.509 Euro von 821 Spendern
Das ursprüngliche Spendenziel lag bei 8000 Euro, später wurde es auf 10.000 Euro erhöht. Am Ende kamen sogar 21.509 Euro von 821 Spendern zusammen. Mit so einer großen Resonanz hatte Maxwell Richter nicht gerechnet. Der Vierundvierzigjährige, der wie sein Vater Schauspieler ist, hatte zunächst auch Bedenken, weil er negative Kommentare befürchtete.
Tatsächlich gab es in den Kommentaren auf der Plattform Spekulationen über die finanziellen Verhältnisse der Familie und auch Kritik an der Spendenaktion. Maxwell Richter beendete sie darum auch schon am Donnerstagnachmittag. „Mehr brauchen wir nicht“, lautete seine Begründung. „Es soll nicht obszön werden, denn wir beabsichtigen nicht, uns mit dem Geld eine schöne Zeit zu machen.“
Richter will das Geld, das womöglich übrig bleibt, selbst spenden – an Obdachlosenorganisationen. Schon Ralf Richter hatte sich über viele Jahre für ein Obdachlosenhotel in Köln eingesetzt. Inzwischen ist wohl auch klar, wo Richter seine letzte Ruhe finden wird: in Bochum, wo der Schauspieler aufgewachsen ist.
