
Auch nach einem möglichen Schuldspruch droht dem mutmaßlichen kalifornischen Doppelmörder Nick Reiner keine Giftspritze. Wie der Bezirksstaatsanwalt von Los Angeles, Nathan Hochman, am Dienstag mitteilte, verzichtet er bei dem bevorstehenden Strafprozess gegen den Dreiunddreißigjährigen darauf, die Todesstrafe zu fordern.
Hochman verwies auf die Umstände der Ermordung der Eltern des Angeklagten, den Filmemacher Rob Reiner („Harry und Sally“) sowie dessen Ehefrau Michele. Nick Reiner soll das Ehepaar im vergangenen Dezember nach einer Auseinandersetzung während einer Weihnachtsfeier bei dem Komiker Conan O’Brien in seiner Villa im Stadtteil Brentwood in Los Angeles mit Dutzenden Messerstichen getötet haben.
Wie Hochman sagte, hatten sich auch Nick Reiners Geschwister Romy und Jake gegen die Todesstrafe für ihren psychisch gestörten und drogensüchtigen Bruder ausgesprochen. Der Staatsanwalt habe sich deshalb dazu entschieden, eine lebenslange Haftstrafe ohne die Möglichkeit einer Entlassung zu fordern. Mit dem Prozessbeginn sei jedoch nicht vor 2027 zu rechnen.
Obwohl die Wähler in Kalifornien seit Jahren gegen die Abschaffung der sogenannten death penalty stimmen, setzte Gouverneur Gavin Newsom die Vollstreckung von Todesurteile im Jahr 2019 aus. Die Todeszelle in San Quentin wurde inzwischen stillgelegt.
