
DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat sich klar wie nie von Gianni Infantino, dem Präsidenten des Internationalen Fußballverbandes (FIFA) distanziert. „Das Vertrauensverhältnis zu Gianni Infantino, zu dieser FIFA-Führung ist natürlich zerrüttet“, sagte Neuendorf am Rande der Sitzungen des UEFA-Exekutivkomitees und des FIFA-Rates im griechischen Thessaloniki bei RTL/ntv.
DFB hat Infantino noch nicht offiziell die Unterstützung entzogen
Zehn europäische Fußballverbände haben ihm bereits offiziell ihre Unterstützung entzogen, zuletzt Frankreich und Österreich. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) tat dies bislang noch nicht, Neuendorf sagte nun aber, man spreche aktuell mit anderen Mitgliedsverbänden, um gegen Infantino „Mehrheiten zu organisieren“. Außerdem prüfe man, „wie wir dieses System FIFA nachhaltig verändern können“.
Die UEFA hat bis zum Fristende am 18. November Zeit, einen Gegenkandidaten ins Rennen zu schicken. Spätestens in Berlin, wo alle UEFA-Mitgliedsverbände am 8. und 9. Oktober zusammenkommen, werde man „hierzu dann auch wichtige Entscheidungen treffen“, kündigte Neuendorf an.
„Wichtig ist, dass es eine integre Persönlichkeit ist“, antwortete er auf die Frage, ob er sich auch eine Person außerhalb des Fußballkosmos für die Präsidentenrolle vorstellen könne. „Wir müssen nüchtern betrachten: Was ist die beste Lösung für den Fußball? Wenn Leute sich abwenden vom Fußball aufgrund des Gebarens der größten und bedeutendsten Institution des Weltfußballs, schadet das dem Fußball.“
