
Der amerikanische Finanzinvestor PSG Equity baut sein Engagement in Europa mit steigenden Volumina aus. Das auch in Deutschland aktive Haus hat nach Informationen der F.A.Z. 4,4 Milliarden Euro an Kapitalzusagen für seinen dritten Europa-Fonds („PSG Europe III“) eingesammelt und damit das vorher festgesetzte Maximum erreicht – im Branchenjargon „Hard Cap“ genannt. Das Volumen übersteigt deutlich jenes der Vorgängerfonds. In den zweiten Topf aus dem Jahr 2023 waren 2,6 Milliarden Euro eingeflossen, etwa doppelt so viel wie in den ersten Europafonds. PSG ist als Investor auf Software- und andere Technologiedienstleister spezialisiert und zielt mit dem neuen Fonds auf Unternehmen rund um Künstliche Intelligenz (KI): unter anderem solche, die KI nutzen, um Unternehmenssoftware weiterzuentwickeln.
PSG Equity: Von welchen Investoren das Geld kommt
Das Geld für die dritte Generation kommt von bestehenden und neuen Investoren: staatliche Pensionsfonds, Staatsfonds, Versicherungen, Familienvermögensverwaltern und Privatpersonen. PSG Equity bestätigt den Abschluss der Mitteleinwerbung. Der Investor hat sich in Deutschland bisher an acht Unternehmen beteiligt, darunter an Sport Alliance, einem Softwarespezialisten für Fitnessstudios.
Eine der acht Beteiligungen ist schon weiterverkauft, nämlich Hornetsecurity, ein Dienstleister für IT-Sicherheit. An dem Unternehmen aus Hannover hatte sich zunächst der skandinavische Investor Verdane beteiligt, im Jahr 2020 stieg PSG ein, im Jahr 2022 auch noch der amerikanische Investor TA Associates. Das Trio verkaufte Hornetsecurity im vergangenen Jahr an den IT-Sicherheitsspezialisten Proofpoint, der dem Private-Equity-Haus Thoma Bravo gehört.
PSG hält seit dem Jahr 2019 ein eigenes Team im europäischen Markt mit Hauptsitz in London und einem weiteren Büro in Paris. Es zählt inzwischen mehr als 80 Mitarbeiter.
Die IT-Branche hat jahrelang die Aktivität im Fusions- und Übernahmemarkt befeuert. In jüngster Zeit sieht das Bild differenzierter aus: Finanzinvestoren und Unternehmen sind damit beschäftigt, die Auswirkungen der KI auf Geschäftsmodelle der einzelnen Unternehmen aus dem Sektor abzuschätzen: ob sie von KI profitieren oder durch sie unter Druck kommen.
