
„Rhine Clean Up“: Freiwillige sammeln mehrere Tonnen Müll am Rhein ein
Mainz/Wiesbaden. Beim diesjährigen „Rhine Clean Up“ haben Freiwillige die Ufer des Rheins von Müll befreit – auch in Hessen und in Rheinland-Pfalz. Für besondere Umstände bei der Müllsammelaktion sorgte diesmal das Niedrigwasser der vergangenen Monate. „Wir sind da in Sachen vorgedrungen, die wir in den letzten Jahrzehnten nicht erreicht haben“, sagte Initiator Joachim Umbach.
Gefunden wurden etwa einige schwere Eisenteile. Manche steckten so fest im Boden, dass die Helfer sie nicht herausbekamen, wie Umbach erzählte.
Bundesweit haben demnach rund 40.000 Freiwillige mit angepackt, sowohl am Rhein als auch an anderen Flüssen. Das Ziel: Die Ufer saubermachen, damit der Müll gar nicht erst ins Wasser gelangt. Über 300 Tonnen Abfall seien diesmal gesammelt worden.
Wie viele Menschen speziell in Rheinland-Pfalz und in Hessen an der Aktion teilnahmen, konnte Umbach nicht sagen. In Rheinland-Pfalz waren ihm zufolge aber über 80 Gruppen am Start. In Hessen seien es weniger gewesen – wohl unter anderem, weil die hessischen Gruppen schon im Frühjahr besonders aktiv seien.
Die Müllsammelaktion setzt sich aus lokalen Gruppen zusammen, von denen viele auch über den Hauptaktionstag hinweg aktiv sind. Angestoßen werden diese Initiativen etwa von Kommunen, Schulen, Firmen, Vereinen oder Nachbarschaftsgruppen. „Rhine Clean Up“ stellt Mülltüten, Handschuhe, Greifer und Werbematerial bereit. Die Initiative wurde 2018 gegründet.
Forschungsergebnisse der Universitäten Bonn und Tübingen haben gezeigt, dass der Rhein die Hilfe der Müllsammler gut gebrauchen kann: Demnach treiben täglich rund 53.000 größere Müllteile im Rhein in Richtung Nordsee. Hochgerechnet seien das bis zu 40 Millionen Teile jährlich. Die Müllbelastung des Rheins sei damit um das Vierzigfache höher als bislang angenommen. (dpa)
