Nur zu Hochzeiten und Beerdigungen kommen die Verwandten aus nah und fern zusammen. Das ist bei königlichen Familien nicht anders als bei anderen Familien auch. Und so waren Mitglieder aller sieben europäischen Königshäuser bei der Beerdigung von König Harald V. vertreten. Auch die Schwester des verstorbenen norwegischen Königs erwies ihm die letzte Ehre. Nur zwei Tage später starb dann auch Prinzessin Astrid von Norwegen mit 94 Jahren kurz nach ihrem Bruder. Ihre Trauerfeier und ihre Beisetzung werden sicher in kleinerem Kreise stattfinden.
Es sind traurige und zugleich schwere Tage für den neuen norwegischen König Haakon VIII. Er muss sich weiterhin auch große Sorgen um seine Frau machen. Königin Mette-Marit scheint zwar auf einem guten Weg zu sein, die Überlebensrate nach einer Lungentransplantation liegt nach einem Jahr aber bei rund 80 bis 90 Prozent, und sie sinkt nach fünf Jahren auf etwa 53 bis 60 Prozent.
Norwegische Monarchie gewinnt an Rückhalt
Immerhin hat die Monarchie nach dem Tod des äußerst beliebten Königs Harald V. weiter an Rückhalt gewonnen. Laut einer vom Sender NRK veröffentlichten aktuellen Umfrage des Instituts Norstat unterstützen 72 Prozent, also fast drei Viertel der Norweger die Monarchie in ihrem Land. Nur 20 Prozent der Befragten sprachen sich für eine andere Staatsform aus, acht Prozent waren unentschieden. Die Zustimmungsrate war für die Monarchie im Februar auf besonders tiefe 60 Prozent gesunken, 27 Prozent der Norweger wünschten sich damals eine andere Staatsform.
Allerdings nicht das Storting, das norwegische Parlament: Am 3. Februar stimmten nur 26 Abgeordnete für eine Umwandlung von einer Monarchie in eine „freie, unabhängige, unteilbare und unveräußerliche Republik“, 141 waren dagegen. Um die Monarchie abzuschaffen, bedarf es einer Verfassungsänderung, der eine Zweidrittelmehrheit der Parlamentarier zustimmen muss, zwei Drittel der Abgeordneten müssen bei der Entscheidung anwesend sein.
Die Entscheidung im Februar war ein klares Votum, obwohl damals gerade der Prozess gegen Mette-Marits ältesten Sohn unter anderem wegen Vergewaltigung begann und Ende Januar weitere Akten des verurteilten amerikanischen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht worden waren, in denen der Name der damaligen Kronprinzessin Hunderte Male auftaucht. Der Verfassungsvorschlag, über den abgestimmt wurde, war allerdings schon fast zwei Jahre alt und nicht eine Folge der aktuellen Entwicklungen.

Die Zustimmungsrate der Norweger für ihren König ist dennoch bei Weitem besser als die der Briten für ihren König. Laut den letzten Umfragen sind nur rund 55 Prozent von ihnen der Ansicht, dass das Vereinigte Königreich ein Königreich bleiben sollte. Das ist ein neuer Tiefstwert. Insofern kam für Charles III. auch die Rückkehr seines zweiten Sohns Prinz Harry nach Großbritannien zur Unzeit.
Harry und Meghan dürfen die Anrede „Königliche Hoheit“ nicht führen
Auch darum stellte der Monarch noch einmal unmissverständlich in einem Schreiben klar, dass das Herzogspaar von Sussex zwar nach Großbritannien zurückgekehrt ist, dass die beiden aber keine aktiven Mitglieder des Königshauses mehr sind. Zudem wurde in dem Brief festgehalten, dass sie weder die Anrede „Königliche Hoheit“ (HRH) führen noch offizielle königliche Termine wahrnehmen dürfen. Das Schreiben ging nicht nur an die Sussexes und andere Amtsträger, sondern wurde auch an die Medien weitergegeben und somit öffentlich bekannt gemacht.
Meghan und Harry sollen überrascht von dem Brief gewesen sein, der nur die altbekannten Fakten wiederholte, zugleich aber auch eine Warnung des Königs gewesen sein dürfte, sich nicht eine Position anzumaßen, die sie nicht mehr haben. Offenbar hatten sich die beiden durchaus auch Auftritte erhofft, die „königlich“ gewesen wären. Oder sie wären bei Terminen wie „Königskinder“ empfangen worden.
Kein Wunder, dass sich Meghan, wie es heißt, nicht wohl im Königreich fühlen soll und am liebsten gleich wieder nach Kalifornien zurückkehren möchte. Ihre angebliche Rolle in der möglichen dritten Netflix-Staffel von „The Gentlemen“ von Guy Ritchie war offenbar auch nicht mehr als eine PR-Aktion, eine Rückkehr zur Schauspielerei so offenbar gar nicht geplant. Was genau die beiden im Königreich planen, ist weiterhin unklar.
Allerdings wurden sie in der vergangenen Woche erstmals gesichtet: Meghan wurde im Soho Farmhouse, einem exklusiven, privaten Club und Luxus-Resort auf dem Land in der englischen Region Oxfordshire am Rande der Cotswolds gesehen, was darauf hindeutet, dass die Vierundvierzigjährige mit ihrer Familie tatsächlich in der Region zu wohnen scheint.
Harry wiederum besuchte in London die Tower Bridge Studios, ein Filmstudio unweit der Tower Bridge. Davon gibt es sogar erste Bilder. Wie es heißt, könnten Thronfolger William und sein Bruder Harry erstmals am 8. November bei einer Veranstaltung gemeinsam auftreten (müssen), dem Remembrance Sunday. An dem nationalen Gedenktag, traditionell am zweiten Sonntag im November, gedenkt das Königreich der gefallenen Soldaten und zivilen Opfer der beiden Weltkriege sowie späterer Konflikte.
Uganda will nicht an Harrys Invictus Games teilnehmen
Charles‘ Brief hatte für Harry auch eine erste bittere Konsequenz: Er scheint der Grund dafür zu sein, dass sich die Commonwealth-Nation Uganda von den Invictus Games zurückzieht, der von dem Prinzen ins Leben gerufenen Sportveranstaltung für verwundete Militärveteranen: „Um nicht den Anschein zu erwecken, wir stünden in Opposition zu Seiner Majestät König Charles III. von Großbritannien, den wir zutiefst verehren, zieht Uganda hiermit seine Teilnahme an den Invictus Games zurück“, teilte der ugandische Generalstabschef Muhoozi Kainerugaba in einem Beitrag auf der Plattform X mit. „Wir werden uns an nichts beteiligen, das nicht die Billigung Seiner Majestät hat.“ Die Absage einer so guten Sache ist aber sicher auch nicht im Sinne von König Charles.
Auch Prinz George bekam in dieser Woche viel Aufmerksamkeit: Für den ältesten Sohn von Prinz William und Prinzessin Catherine begann am Dienstag seine Schulzeit am Eton College. Künftig ist er Internatsschüler an der Elite-Privatschule in Berkshire in England. Der Dreizehnjährige wurde von seinen Eltern, dem Prinzen und der Prinzessin von Wales, zur Schule gebracht. Wenig später schon gab es offizielle Bilder von ihm in der Schuluniform: weißes Hemd mit steifem Kragen, schwarzer Frack mit passender Weste und Nadelstreifenhose. Die Bilder schoss der Fotograf Matt Porteous, der schon oft für die königliche Familie gearbeitet hat. Dabei ist die Ähnlichkeit zu Vater William unverkennbar, der vor 31 Jahren seinen ersten Schultag am Eton College hatte.

Vater William hatte nach seinem Sommeraufenthalt im schottischen Balmoral in dieser Woche wieder eine Vielzahl von offiziellen Terminen: Unter anderem vertrat der Vierundvierzigjährige seinen Vater Charles am Mittwoch bei der Trauerfeier für König Harald V. in Oslo, zusammen mit seiner Tante Prinzessin Anne, der Patentante von Haakon VIII.
Nur einen Tag später schon trat er zusammen mit seiner Frau überraschend im Stadion des FC Everton in Liverpool auf, um die Initiative „On Your Side“ anzukündigen, einen Leitfaden zur Suizid-Prävention für den Sportsektor. William steht an der Spitze einer Kampagne, die Spieler, Trainer, Manager und Fans darin schulen soll, wie sie Menschen helfen können, von denen sie befürchten, dass sie Suizid in Erwägung ziehen.
Auch Harry Kane unterstützt Prinz William
„Man muss kein Experte sein, um jemanden zu unterstützen, der zu kämpfen hat. Man braucht nur den Mut, das Gespräch zu führen“, sagte der Prinz zur Einführung. Und: „Ich hoffe, dass jede Sportorganisation im Land sich anschaut, was heute ins Leben gerufen wird, und sich fragt: ‚Was können wir noch tun?‘ Denn die Chancen, die vor uns liegen, sind enorm.“ Die Initiative wird von Sportgrößen wie Englands Fußballkapitän Harry Kane und Formel-1-Pilot George Russell unterstützt.

Schon am Sonntag gab es königlichen Besuch in Deutschland: Der niederländische König Willem-Alexander, seine Mutter Prinzessin Beatrix und sein Bruder Prinz Constantijn reisten anlässlich des 100. Geburtstags von Beatrix’ verstorbenem Mann nach Hitzacker in Niedersachen. Dort war Prinz Claus von Amsberg 1926 auf dem Rittergut Dötzingen geboren worden. Und dort steht auch ein Denkmal für Prinz Claus, das Beatrix noch als Königin im Jahr 2005 enthüllt hatte. In der Stadt gibt es zudem eine Prinz-Claus-Promenade.
Claus von Amsberg, der Beatrix 1966 heiratete, war Prinzgemahl, aber kein König. Darunter litt er zeitlebens. Immerhin wurde er mit „Königliche Hoheit“ angesprochen. Die Herzen der Niederländer musste der Deutsche erst gewinnen, die ihn anfangs ablehnten, auch weil er Mitglied der Hitlerjugend gewesen war und in der Wehrmacht gedient hatte. Er starb am 6. Oktober 2002 im Alter von 76 Jahren in Amsterdam.
Ob die königlichen Verwandten von nah und fern bald schon nach Monaco reisen werden, wird sich in den nächsten Monaten zeigen: Prinzessin Alexandra von Hannover hat sich in dieser Woche verlobt. Die Tochter von Prinzessin Caroline und Enkelin von Fürstin Gracia Patricia zeigte am Freitag stolz ihren Verlobungsring. Seit neun Jahren schon ist sie mit dem Deutschen Ben-Sylvester Strautmann zusammen, die beiden lernten sich in Monaco kennen, wo Strautmanns Familie lebt.
Der Siebenundzwanzigjährige studierte Betriebswirtschaft am King’s College in London. Außerdem spielte er professionell Basketball. Prinzessin Alexandra, die vor allem über ihren Vater Ernst August von Hannover mit allen europäischen Königshäusern verwandt ist, unter anderem ist sie eine Ururenkelin des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., ist es offenbar ernst: Unter das Foto auf Instagram schrieb sie: „The marriage plot“. Die baldige Hochzeit steht damit wohl außer Frage.
