
US-Diesel kostet erstmals sechs US-Dollar pro Gallone
Der landesweite Durchschnittspreis für Diesel ist in den USA nach Daten des Marktanalyseportals Gasbuddy auf die Rekordmarke von 6,00 US-Dollar pro Gallone (3,785 Liter) geklettert. Damit sei Diesel so teuer wie nie zuvor. Umgerechnet sind das ungefähr 5,17 Euro. „Mit 6,00 Dollar pro Gallone ist Diesel jetzt etwa 2,30 Dollar teurer als vor einem Jahr, als der nationale Durchschnittspreis bei etwa 3,70 Dollar lag“, teilte Gasbuddy mit.
Laut Automobilverband AAA kostete eine Gallone am Donnerstag (Ortszeit) im Durchschnitt 5,977 Dollar. Der Preis wird dort ein Mal pro Tag aktualisiert. Zuletzt sprach der Verband von einer deutlich steigenden Tendenz. So kletterte der Preis für eine Gallone Benzin um 13 Cent auf 4,277 US-Dollar. Im Vergleich: Vor einem Jahr lag der Durchschnittspreis bei 3,194 US-Dollar.
Knappes Angebot wegen Krieg in Nahost
Die jetzige Preisentwicklung liegt zum Großteil an der vertrackten Situation rund um die Straße von Hormus. Durch den Iran-Krieg und den gestörten Schiffsverkehr in der Meerenge gelangt kaum Rohöl auf den Weltmarkt, das knappe Angebot führt zu höheren Preisen. Dass Diesel auch historisch gesehen seit Jahren teurer ist als Benzin, liegt den Angaben nach unter anderem daran, dass die Nachfrage nach Diesel insbesondere in Europa, China, Indien und den Vereinigten Staaten größer ist und die Bundessteuer auf Diesel höher ausfällt als bei Benzin. Mit Benzin fährt ein großer Teil der Pkw-Flotte, mit Diesel jedoch fast sämtliche Transportfahrzeuge.
Am Donnerstag war der Preis für ein Fass Rohöl der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im November erstmals seit Mai wieder auf 108 US-Dollar geklettert, nachdem der Krieg zwischen den USA und dem Iran zuletzt militärisch wieder eskaliert war.
Autofahrer tanken Benzin, Lkw brauchen Diesel
Vor allem Branchen, die auf Diesel angewiesen sind, haben die erhöhten Ausgaben zu schultern. Laut einer Analyse des gemeinnützigen American Transportation Research Institute (ATRI) machten die Kraftstoffkosten 2025 etwa in der Lkw-Transportbranche ein Fünftel der durchschnittlichen Betriebskosten aus. Durch die fortwährende Eskalation im Nahen Osten und der dadurch entstandenen Energiekrise mit höheren Preisen dürfte sich der Anteil deutlich vergrößern.
In der Folge werden Speditionen, Bau-, Land- und Forstwirtschaft sowie andere auf Diesel angewiesene Branchen ihre erhöhten Ausgaben nur zum Teil auffangen können. Der Rest wird an Kunden weitergegeben, was im Klartext Preissteigerungen bedeutet. Betroffen dürften Lebensmittel, Alltagsgegenstände und sonstige Fracht sein.
