
Am Dienstag ist eine russische Drohne in den Luftraum der Republik Moldau eingedrungen und hat so den Abflug des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aus Moldau nach Norwegen verzögert. Der Vorfall wurde bekannt, weil Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre gegenüber dem norwegischen Fernsehen geäußert hatte, Selenskyjs Flugzeug sei „beinahe von einer Drohne getroffen worden“. Später präzisierte Støres Büro, wegen einer Drohne im moldauischen Luftraum habe sich Selenskyjs Flug verzögert.
Für weitere Klarstellung sorgten die moldauischen Behörden. Der Sprecher des Ministerpräsidenten sagte, der Luftraum sei am Dienstag um 16.30 Uhr geschlossen worden, nachdem eine russische Drohne von der Ukraine aus eingedrungen und in östliche Richtung geflogen sei. Diese Sicherheitsmaßnahme habe die Landung von vier Flugzeugen und den Start von drei Flugzeugen verzögert. Um 17.20 Uhr sei die Drohne dann in der Nähe eines Dorfes rund 160 Kilometer vom Flughafen in Chișinău entfernt explodiert.
Von Norwegen flog Selenskyj nach Kanada
Im Anschluss habe man den Luftraum wieder für den Flugverkehr freigegeben. „Aus diesem Grund ist auch das Flugzeug von Präsident Wolodymyr Selenskyj verspätet abgeflogen“, ergänzte der Sprecher. Selenskyjs Büro hingegen äußerte sich auch auf Nachfrage von Journalisten zunächst nicht zu dem Vorfall.
Selenskyj flog zusammen mit seiner Ehefrau Olena Selenska von Chișinău aus nach Norwegen. Dort nahm er an dem Begräbnis von König Harald teil, traf Rüstungsunternehmer und sprach mit der Außenministerin über Luftverteidigung und Wintervorbereitungen. Am Mittwochabend reiste Selenskyj von Norwegen aus weiter nach Kanada, wo er am Donnerstagmorgen eintraf.
In Moldau gibt es regelmäßig Vorfälle mit russischen Drohnen. Immer wieder dringen diese kurzzeitig in den Luftraum ein oder explodieren auf moldauischem Territorium, etwa wenn Russland die ukrainischen Donauhäfen unter Beschuss nimmt. In den vergangenen Tagen griff Russland zudem mehrere ukrainische Grenzübergänge zur Republik Moldau an, dabei wurden auch moldauische Staatsbürger verletzt.
Moldaus Verteidigungsminister Anatolie Nosatîi versprach nach den jüngsten Vorfällen Verbesserungen bei Warnungen und der Luftverteidigung. Mit europäischer Unterstützung werde man ein integriertes Flugabwehrsystem anschaffen.
