Die Republikaner haben die Demokraten auf ihrem Parteitag erneut als radikal linke Gefahr für die USA bezeichnet. Knapp zwei Monate vor den wichtigen Zwischenwahlen Anfang November warnte Steve Scalise, der republikanische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus: »Die Demokratische Partei wurde komplett von verrückten Kommunisten übernommen«. Ähnlich wie Scalise zeichneten auch andere Republikaner zum Auftakt des Parteitags in Dallas im US-Bundesstaat Texas erneut ein Bild extrem linker Demokraten, die das Land bedrohten.
US-Präsident Donald Trump, der zum Parteitag mit Verspätung aufbrach, setzt die Demokraten ebenso wie andere hochrangige Republikaner seit Wochen immer wieder mit Kommunisten gleich. Dies wird derzeit ein zentrales Element ihrer Wahlkampfstrategie, mit dem sie Wählerinnen und Wähler der Mitte abschrecken wollen.
Demokrat überrascht mit Videobotschaft auf Parteitag
Derweil hat eine Videobotschaft des Demokraten John Fetterman auf dem Parteitag der Republikaner für Überraschung gesorgt. Darin sagte der Senator aus Pennsylvania: »Warum stehe ich heute hier und spreche zu Ihnen? Weil ich, nun ja, ein Demokrat mit gesundem Menschenverstand bin.« Er werde immer zu Amerika stehen. »Ich werde Extreme, den Sozialismus und diese antiamerikanische Lebensweise stets ablehnen.«
Mit seinen Bemerkungen nahm Fetterman offenbar Bezug auf die demokratischen Sozialisten in seiner Partei, die sich in vielen Vorwahlen gegen moderate Konkurrenten durchsetzten. US-Medien werteten seine Botschaft an die Republikaner als Beleg für die wachsende Entfremdung von seiner Partei. Fetterman gilt im Kongress als Grenzgänger. Immer wieder gab es Spekulationen über einen möglichen Parteiwechsel.
Notrutsche verzögert Abflug von Donald Trump
Unterdessen startete die US-Präsidentenmaschine, ein Geschenk von Katar, verspätet Richtung Dallas. Armeepersonal auf dem Stützpunkt Joint Base Andrews bei Washington, D. C. habe Behördenangaben zufolge »versehentlich« die Notrutsche ausgelöst.
Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls befand sich Trump nicht an Bord, war aber bereits auf dem Rollfeld. Zuvor hatte der US-Präsident Reportern gesagt, dass Inspektoren eine der aufblasbaren Notrutschen des Flugzeugs überprüften.
Der Vorfall schürte erneut Zweifel an der Sicherheit der Maschine. Auf die Frage eines Reporters der Nachrichtenagentur AFP, ob er von der Sicherheit des Flugzeugs überzeugt sei, antwortete Trump: »Ja, das bin ich, sonst würde ich nicht damit fliegen.« Nach seiner Ankunft auf der Joint Base Andrews war Trump ungewöhnlich lange in seinem Hubschrauber geblieben, bevor er an Bord der Air Force One ging. Später hob die Boeing 747-8 ab und landete in Texas.
Trump hatte den neuen Präsidentenflieger erstmals am 1. Juli genutzt. In den USA kam eine Debatte über die Sicherheit des Fliegers auf, nachdem er anderthalb Wochen später beim Abflug vom Nato-Gipfel in der Türkei auf die Luxusmaschine verzichtete und stattdessen einen Ausweichflieger seiner alten Air-Force-One-Flotte genutzt hatte.
