Apple steigt ins Geschäft mit auffaltbaren Smartphones ein. Das neue Telefon mit dem Namen iPhone Duo hat ungefähr die Abmessungen eines Reisepasses – jeweils auf- und zusammengeklappt mit Displays innen und außen. Mit einem Preis ab 2.299 Euro ist es das bisher teuerste iPhone-Modell. Der erst seit wenigen Tagen amtierende neue Apple-Chef John Ternus geht mit dem iPhone Duo seine erste große Wette ein.
Konkurrenten hätten Falt-Telefone entwickelt, die sich wie «zwei aneinander geklebte Smartphones» anfühlten, begründete Ternus die Entscheidung für das Format. Mit den von Apple gewählten Abmessungen könne man dagegen besser von der größeren Fläche des inneren Displays mit einer Diagonalen von 7,6 Zoll profitieren. Der äußere Bildschirm hat eine Diagonale von 5,4 Zoll und 90 Prozent der Fläche eines iPhone 18 Pro. Aufgeklappt sei es das bisher dünnste iPhone-Modell.
Apple will Vorreiter übertreffen
Während Apples Falt-iPhone Jahre nach den Vorreitern auf den Markt kommt, will der Konzern auch damit punkten, dass er bisherige Probleme der Kategorie löst. Unter anderem soll die auffällige Falte in der Mitte des aufgeklappten Displays deutlich weniger zu sehen sein als bei Geräten der Konkurrenz. Die Kamera im inneren Bildschirm wurde unter der Display-Oberfläche versteckt.
Zugleich musste Apple einige Kompromisse eingehen. So ist nach Angaben des Konzerns der optische Zoom auf 2x beschränkt. Und statt der Gesichtserkennung Face ID wird es wie frühere Modelle per Fingerabdruck entsperrt.
Vorstoß in die Nische
Faltbare Smartphones sind bisher nach wie vor eine Nischen-Kategorie – obwohl unter anderem Samsung, Huawei und Google mit seinen Pixel-Telefonen solche Geräte seit Jahren anbieten. Auf die Kategorie entfallen nach Berechnungen der Marktforschungsfirma IDC nur gut zwei Prozent des weltweiten Smartphone-Absatzes.
IDC prognostiziert, dass Apple trotz des späten Starts binnen zwölf Monaten die Führung in dem Marktsegment übernehmen wird. 2027 werde Apple bei faltbaren Smartphones 31 Prozent des Marktes nach Stückzahlen und 44 Prozent beim Umsatz halten, sagt IDC voraus.
Aktuell sei dies Huawei. Vom chinesischen Konzern kommt demnach etwa jedes zweite verkaufte Auffalt-Smartphone – obwohl Huawei wegen US-Sanktionen keine Google-Dienste oder mit amerikanischer Beteiligung entwickelte Chips in seinen Geräten verwenden kann und damit weitgehend aus westlichen Märkten herausgedrängt wurde.
Teure Geräteklasse
International war zuletzt vor allem Samsung die treibende Kraft bei faltbaren Telefonen. Der südkoreanische Konzern versuchte im Sommer, dem Apple-Einstieg mit einem Gerät in einem ähnlichen Format zuvorzukommen, dem Galaxy Z Fold8 zu einem Preis ab 1.999 Euro in Europa. Zuvor setzte der jahrelang schärfste Apple-Rivale auf schmalere Modelle, die sich zu einem quadratischen Display auffalten.
Neues iPhone Pro – aber kein Standard-Modell
Zusammen mit dem Duo stellte Apple auch die nächste Generation des iPhone Pro vor. Vom Standard-Modell, das bisher stets gleichzeitig vorgestellt wurde, war diesmal aber nicht die Rede. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg soll es erst im Frühjahr folgen.
Die Kamera des iPhone 18 Pro soll unter anderem bessere Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen machen. Dafür soll unter anderem eine verstellbare Blende wie bei klassischen Fotoapparaten sorgen.
In Zeiten von KI-Fakes wird mit der Funktion Apple Reference Image ein unverändertes Originalbild des Bildsensors gespeichert, das nicht verändert werden kann. Damit kann immer ein Referenzbild ohne Veränderungen überprüft werden. Das Video des Neuheiten-Events werde mit dem iPhone 18 Pro aufgenommen.
Chips für KI
Mit seinen schnelleren Chips soll das iPhone 18 Pro unter anderem noch besser für die neue KI-Assistenzsoftware Siri AI gerüstet sein. Viele KI-Funktionen von Apple werden in der EU bis auf Weiteres nicht verfügbar sein, da der Konzern auf Datenschutz-Risiken durch Anforderungen europäischer Digitalgesetze verweist. Wegen des hohen Bedarfs an Rechenleistung wird es zudem Nutzungsbeschränkungen geben, die in Abo-Modellen von Apple aufgehoben werden.
Mit einem Preis ab 1.449 Euro wird das iPhone 18 Pro 150 Euro teurer als das Vorgängermodell. Apple erhöhte im Sommer die Preise auf breiter Front unter Verweis auf die im KI-Boom explosiv gestiegenen Speicherkosten. Damals blieben die iPhone-Preise aber unverändert.
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