Die AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland (GD) fühlt sich stark. Sie hat vier ihrer Mitglieder im Bundesvorstand der Partei installiert. Sie ist international hervorragend vernetzt, das hat sie auf ihrem Bundeskongress im Magdeburg gezeigt: Fast ein Dutzend Redner aus dem europäischen Ausland richteten dort das Wort an die jungen AfD-Politiker.
Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Hohm wollte der AfD ein proeuropäisches Update verpassen. Der einzige Sachantrag auf dem Bundeskongress „bekennt sich zur europäischen Idee“ und will den Euro reformieren. Zu AfD-Chefin Alice Weidel passt das nicht, sie will den Euro, diese „Weichwährung“, loswerden. Wäre der Antrag durchgegangen, hätte die GD in der Europafrage das Gegenteil dessen vertreten, was die Mutterpartei fordert.
Das an sich ist kein Ausdruck von Mäßigung – in der Führung der GD sind sie nur überzeugt, dass ihre Ziele („Remigration“ und „Festung Europa“) sich mit europäischen Partnern besser durchsetzen lassen. Vielleicht denken sie auch, dass man mit dem verbindlichen Ton neue gesellschaftliche Schichten erschließt und dass nach der internationalen Vernetzung und Anerkennung auch die im eigenen Land kommt. Immerhin will Hohm „regierungsfähig“ werden, das sagt er selbst.
Doch der Antrag scheiterte. Ein Änderungsantrag forderte die „Abwicklung des zentralistischen, umverteilenden und identitätszerstörenden Euros“. Eine ganz andere Sprache. Eine ganz andere Linie. Die Weidels. Hohm zog den Leitantrag daraufhin zurück.
Weidel hat immer das letzte Wort
Die Truppen für seinen Vorstoß fehlten ihm. Weidel hat ihre dagegen hinter sich – sei es wie zuletzt auf dem Parteitag der „großen“ AfD in Erfurt, auf dem sie bei einer kritischen Abstimmung ihr Netzwerk aktiviert hatte, sei es in den Reihen der Jugend.
Ist diese Jugend also doch keine eigenständige „Avantgarde“? Womöglich soll sie es nicht sein. Die Vorgängerorganisation Junge Alternative war ja mit dem Ziel aufgelöst worden, die Jugend durch die neue Organisation enger an die Partei zu binden, um sie maßregeln zu können.
Die GD musste das auch schon erleben: Eines ihrer früheren Vorstandsmitglieder wurde mit einer Ämtersperre belegt und musste aus dem Vorstand ausscheiden, weil es eine Losung, die auch die Hitlerjugend verwendet hatte, zum „Leitstern“ erhoben hatte – was Ermittlungen nach sich zog. Das sorgte für Unmut in den Reihen der GD. Weidel halten sie trotzdem die Treue.
