
Es war zu erwarten, dass die Hersteller einseitig reagieren. Einzig Apple mit seiner Monopolstellung hört wie immer der Jugend am besten zu und bringt den Airpod auf den Markt. Es ist die Single-Version der Airpods, quasi deren Hälfte. Denn die meisten Jugendlichen laufen mit einem Knopf im Ohr durch die Gegend. Apple bietet einen Airpod L und einen Airpod R an, je nachdem ob der Käufer ein Links- oder Rechtsohrer ist.
Warum die Jugend das tut, weiß man nicht. Womöglich protestiert sie mit dieser Geste gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Mit dem zweiten hört man eben nicht besser. Die Vermutung, dass sie mit einem freien Ohr besser ihre Umgebung wahrnimmt, kann empirisch durch die Eltern widerlegt werden. Jugendliche hören in einem bestimmten Alter gar nicht. Außerdem bietet Apple an seinem Stereopaar seit einigen Jahren den Transparenzmodus an. Damit hört man noch besser als ohne In-Ear-Hörer.
Verpackungsfrei ist nicht drin
Dass die Jugendlichen diesen Modus nicht kennen, ist verwunderlich. Schließlich sind sie mit ihrer technischen Kompetenz den Eltern meist überlegen. Wegen des weitverbreiteten Bluetooth-Protokolls 5.2 ist es für die Hersteller einfach, In-Ear-Hörer einzeln zu verkaufen, da die Verbindung symmetrisch ist. Jeder Knopf im Ohr wird vom Smartphone direkt angefunkt.
Was für Apple nicht infrage kommt, sicherlich aber für Billiganbieter aus China, ist das verpackungsfreie Angebot. Solange die Nachfrage nach den Ein-In-Ear steigt, die Verpackung dafür jedoch noch produziert werden muss, könnten Unternehmen eine Hälfte der In-Ear günstiger ohne eine schick designte Hülle anbieten.
Wer nun Zweifel hat, ob der Airpod und andere Ein-In-Ear der neue Trend auf dem Kopfhörermarkt sein werden, hat sie zu Recht. Natürlich gibt es das Produkt von Apple nicht. Noch nicht. Der Homepod ist ein beliebter, viel verkaufter Monolautsprecher. Wer hört denn heute noch stereo?
