Psychische Belastungen können den Ausbildungserfolg
erheblich gefährden. Das ist das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann Stiftung.
Demnach fühlen sich knapp 20 Prozent der befragten Auszubildenden durch ihre
Lehre häufig oder fast immer emotional belastet. Rund 15 Prozent hätten von
einem besorgniserregend schlechten Wohlbefinden berichtet, teilte die Bertelsmann Stiftung mit.
Von diesen Auszubildenden mit besonders schlechtem
Wohlbefinden würden 74 Prozent einen Ausbildungsabbruch erwägen, heißt es in
der Studie. Unter Azubis mit stabilem Wohlbefinden sind es zwölf Prozent.
Auch für die Betriebe haben psychische Belastungen der Auszubildenden Folgen. 62 Prozent der befragten Unternehmen sehen laut der Studie dadurch die Produktivität ihrer Auszubildenden beeinträchtigt. Ein Abbruch der Lehre kostet einen Betrieb den Angaben zufolge im Durchschnitt schätzungsweise 20.000 Euro. Die Studienautoren empfehlen deshalb mehr Prävention, einen offenen Umgang mit psychischen Problemen und zusätzliche Schulungen für Ausbilderinnen und Ausbilder.
90 Prozent sind mit Ausbildung zufrieden
Viele Unternehmen bieten der Umfrage zufolge bereits Gesundheitsinformationen, Präventionskurse oder interne Ansprechpersonen an. In kleinen oder mittleren Betrieben gebe es solche Angebote jedoch seltener als in Großunternehmen, schrieben die Studienautoren. Zudem seien diese Angebote vielen Lehrlingen nicht bekannt. Insgesamt seien jedoch rund 90 Prozent der Auszubildenen mit ihrer Ausbildung zufrieden.
Die Studie wurde gemeinsam von der Bertelsmann Stiftung und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) durchgeführt. Dafür wurden zwei repräsentative Umfragen ausgewertet. Das Institut iconkids & youth befragte im Auftrag der Bertelsmann Stiftung von Anfang März bis Mitte April 2026 online 929 Auszubildende im Alter von 15 bis 25 Jahren in dualer Ausbildung. Daneben flossen Angaben von 1.188 Unternehmen des IW-Personalpanels ein, die zwischen dem 10. Februar und dem 4. Mai 2026 erhoben wurden.
