Der bekannteste deutsche Auto-Tuner Jean Pierre Kraemer hat angekündigt, seine Firmen zu schließen und sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. „Ich denke, das wird das letzte Video sein, was ich aufnehmen werde. Ich möchte euch mitteilen, dass ich die Firma JP Performance nicht weiterführen werde“, sagte der Fünfundvierzigjährige in einem am Dienstagmittag veröffentlichten YouTube-Video.
Zuvor hatte der Fernsehmoderator zugegeben, seine Ehefrau, Julia Meck, geschlagen zu haben. Am 26. Juli soll ein heftiger Streit zwischen Kraemer und seiner 25 Jahre alten Frau ausgebrochen sein. Sie standen sich einem „Bild“-Bericht zufolge nach einem Streit Kopf an Kopf gegenüber. Er soll sie an den Armen festgehalten und angeschrien haben. „Anschließend soll er seiner Frau eine Kette vom Hals gerissen und ihr mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben“, hieß es dort. Diesen Vorfall hat Kraemer in einem Video am vergangenen Freitag bestätigt: „In dieser Wut habe ich dann diese Kette vom Hals gerissen. Das ist richtig. Und das war auch falsch. Und auch mit der flachen Hand war falsch“, sagte er.
Kraemer entschuldigt sich bei seiner Noch-Ehefrau
In dem neuen, rund fünfminütigen Video wendet sich der Influencer auch direkt an seine Noch-Ehefrau Meck: „Ich möchte mich vorab bei allen Menschen entschuldigen, vor allen Dingen bei dir, Julia, was ich dir angetan habe und wie ich dich verletzt habe – körperlich sowie menschlich.“
Meck hatte berichtet, dass Kraemer wenige Monate nach der Hochzeit im August 2024 begonnen habe, sie physisch und psychisch zu misshandeln. Erst seien es „wenige Übergriffe“ gewesen, bei denen er ihr ins Gesicht gefasst und zugedrückt haben soll. Schließlich soll es regelmäßiger zu Gewalt und Schlägen gekommen sein. „Ich hatte immer Angst“, sagte sie der „Bild“. „Das ist ja ein großer Mann, der da auf mich zukommt. Alle paar Wochen ist es eskaliert.“
Kraemer sagte nun in seiner Stellungnahme: „Ich bin kein böser Mensch. Ich bin, glaube ich, einfach nicht ganz in Kontrolle immer. Ich denke, das wissen auch mehrere Menschen. Ich habe mein Bestes versucht und ich möchte hiermit auch keine Schadensbegrenzung betreiben. Ich möchte einfach nur mich verabschieden.“ Er denke, dass noch „viele Dinge“ kommen werden, wo er Menschen „was angetan habe“ oder wo er sie „verletzt habe“. Das tue ihm leid. „Ich möchte aber auch sagen, dass natürlich auch Sachen drunter sind, die nicht stimmen.“ Konkrete Details nannte Kraemer nicht, weil dann wieder alles von vorne losgehen würde.
Er bricht in Tränen aus
Kraemer gab an, noch nicht zu wissen, wie er seine Unternehmungen schließe: „Ich muss gucken, wie ich das alles geregelt kriege.“ Dabei brach er in Tränen aus und schluchzt. Der Dortmunder ist Inhaber und Geschäftsführer einer Tuning-Werkstatt. Außerdem betreibt er das private Automuseum „Pace“ und ein Burger-Restaurant. Über seine Marken verkauft Kraemer Kleidung, Fanartikel, Fahrzeugpflegeprodukte, Modellautos und Felgen. Auf seinem YouTube-Kanal „JP Performance“ hat er 2,7 Millionen Abonnenten, auf seinem persönlichen Instagram-Account folgen ihm 1,4 Millionen Nutzer.
Nach seinem Gewalteingeständnis teilte die Streaming-Plattform Joyn von ProSieben und Sat.1 mit, seine Sendung „PS Profis – Mehr Power aus dem Pott“ aus dem Programm zu nehmen. Auch Deutschlands berühmtester Streamer, Montana-Black, kündigte seinem einstigen Werbepartner. Die Getränkemarke „Gönrgy“ hatte am Montagmorgen auf Instagram erklärt: „Aus gegebenem Anlass beenden wir die Zusammenarbeit mit Jean Pierre Kraemer“. Die Staatsanwaltschaft Dortmund prüft, ob sie Ermittlungen gegen Kraemer aufnimmt.
Kraemer bedankte sich in dem Statement auch bei seinen Mitarbeitern und sagte: „Ich habe geliebt, was ich tue, sehr, vielleicht zu doll. Ich glaube, am Ende des Tages wollte ich einfach den Menschen gefallen.“ Welche Situationen er damit meinte, blieb unklar. Er werde sich, viel um sich kümmern „und gucken, ob ich das alles hinkriege – mit mir als Mensch“. Wenn es irgendwo eine Chance gebe, ihm zu verzeihen, sagte Kraemer weiter, „dann bitte verzeiht mir. Ich bin auch weg“.
