Die historischen Bleiglasfenster im Ratssaal des Köthener Rathauses sind nach einer umfassenden Restaurierung wieder an ihren Platz zurückgekehrt. Damit ist die historische Fensterfront nach rund anderthalb Monaten Restaurierungsarbeiten wieder vollständig sichtbar, teilte ein Sprecher der Stadt Köthen mit.
Rund 25 Quadratmeter Glasfläche
Die rund 25 Quadratmeter große Verglasung stammt aus dem Jahr 1898 und gehört zur originalen Ausstattung des denkmalgeschützten Rathauses. Mitte Juli waren die zwölf Fenster von den Glaswerkstätten F. Schneemelcher aus Quedlinburg ausgebaut und zur Restaurierung in die Werkstatt gebracht worden. Während der Arbeiten waren die Fensteröffnungen mit Grobspanplatten verschlossen.
Weitgehend Originalsubstanz verwendet
Bei der Restaurierung wurden Fehl- und Bruchstellen behoben und die historischen Glasmalereien denkmalgerecht aufgearbeitet. Besonderes Augenmerk galt einem Fenster, das im Dezember 2025 durch eine Silvesterrakete beschädigt worden war. Bei der Restaurierung wurden vorhandene Originalsubstanz und Scherben wiederverwendet. Zudem erhielten die Fenster von außen zusätzlich eine Schutzverglasung. Die leicht strukturierte Oberfläche lehnt sich optisch an historische Glasscheiben an und verbessert zugleich die Wärmedämmung.
Die Arbeiten waren die erste grundlegende Sanierung der Fensterfront seit ihrer Entstehung. Nach Angaben der Stadt liegen die Restaurierungskosten bei rund 90.000 Euro, etwa die Hälfte wurde über das Programm «Denkmalpflegeförderung 2026» finanziert.
Ratssaal ist Prunkstück
Der Ratssaal gilt als Prunkstück des zwischen 1896 und 1900 errichteten Köthener Rathauses. Neben der Bleiverglasung sind dort unter anderem die historische Holzvertäfelung, das Parkett und die Ausstattung mit Kronleuchtern weitgehend erhalten. Die Fenster mit ihren Sinnsprüchen und symbolischen Darstellungen sind Teil des kunsthistorischen Gesamtkonzepts des Raumes.
© dpa-infocom, dpa:260901-930-615219/1
