Die deutsche Regierung will Russland nach ZEIT-Informationen offiziell für die Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen verantwortlich machen. Bei einer Pressekonferenz am Nachmittag wollen sich Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Außenminister Johann Wadepful dazu äußern. Zuvor hatten die Bild-Zeitung und der Spiegel darüber berichtet. Wie die ZEIT aus Delegationskreisen erfuhr, wird Wadephul seine Reise aus Algier zum EU-Außenministertreffen in Irland unterbrechen und nach Berlin kommen.
Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums bestätigte auf Anfrage lediglich, dass es eine Pressekonferenz geben werde. Zum Inhalt machte sie keine Angaben.
Eine mit Sprengstoff präparierte Drohne war am Abend des 4. August im
Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle zwischen ukrainischen
Frachtmaschinen entdeckt worden. Behörden gehen inzwischen offenbar davon aus, dass mehrere Drohnen eingesetzt worden sein könnten.
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am Sonntag im ARD-Sommerinterview gesagt, dass die Ermittlungen zu dem Vorfall kurz vor dem Abschluss stünden und eine Reaktion angekündigt.
Während seiner Algerienreise hatte Außenminister Wadephul sich nicht dazu geäußert, wen Deutschland hinter dem Vorfall vermute. Auf eine Frage, ob Deutschland sich bei möglichen Gegenmaßnahmen vor der Reaktion des des russischen Präsidenten Wladimir Putin fürchten
müsse, sagte er: »Von unserer Seite gibt es keine Überreaktionen, aber Reaktionen, wenn
wir angegriffen werden.« Deutschland lasse sich in keiner Weise einschüchtern, die Bundesregierung stehe an der Seite der Ukraine.
Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.
