Israelische Siedler haben Berichten zufolge eine Moschee im besetzten Westjordanland in Brand gesetzt. Demnach setzten die Angreifer den Brand in dem Dorf Basaria bei Nablus in der vergangenen Nacht, indem sie ein Fenster der religiösen Stätte einwarfen.
Die Täter hinterließen offenbar Graffiti in hebräischer Sprache. Der Slogan »Grüße von den Terroristen« wendet sich mutmaßlich an den US-Botschafter Mike Huckabee. Dieser hatte nach Angriffen auf palästinensische Familien im Westjordanland zuletzt von »israelischen Terroristen« gesprochen.
Warnungen vor neuem Palästinenseraufstand
Das israelische Militär verurteilte die Tat. Es habe Ermittlungen in dem Fall eingeleitet; entsandte Soldaten hätten die Angreifer aber nicht am Tatort stellen können. Berichten zufolge gab es in diesem Jahr bereits mehr als zehn Anschläge auf Moscheen im Westjordanland.
Seitdem die palästinensische Terrororganisation Hamas am 7. Oktober 2023
Massaker an israelischen Zivilisten verübte, hat sich die Gewalt auch
im Westjordanland zugespitzt. Laut dem Gesundheitsministerium der
Palästinensischen Autonomiebehörden starben seither mehr als 1.100 Palästinenser
bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Zusammenstößen sowie bei
Anschlägen von Palästinensern. Auch radikale israelische Siedler verüben
seither mehr gewaltsame Übergriffe. Derzeit mehren sich Warnungen, die Siedlergewalt könnte einen neuen Palästinenseraufstand auslösen.
Netanjahu kritisierte Siedlergewalt ungewöhnlich deutlich
Israel hält das Westjordanland seit 1967 besetzt. Dort leben rund drei
Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler, deren
Siedlungen nach internationalem Recht illegal sind.
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu kritisierte die Gewalttaten zuletzt ungewöhnlich deutlich, die israelische Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland verüben. Die Täter verstießen gegen das Gesetz, behinderten die
israelische Armee und schadeten »Israels Ansehen in der Welt«. Zugleich steht Netanjahus Regierung aktuell verstärkt in der Kritik, weil sie ein seit
Jahren hochumstrittenes Siedlungsprojekt vorantreibt. Das Bauvorhaben auf dem sogenannten E1-Gebiet würde das Westjordanland in einen nördlichen und einen südlichen Teil aufspalten.
