Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern ist nach Worten ihres Ministerpräsidenten-Kandidaten Leif-Erik Holm für eine gezielte Zuwanderung von Arbeitskräften mit Deutschkenntnissen. «Die können wir natürlich reinlassen», sagte Holm in einem Interview mit dem Chefredakteur der «Ostsee-Zeitung», Andreas Ebel, das als Livestream im Internet übertragen wurde. Im Tourismus etwa laufe das bereits erfolgreich.
«Es ist einfach nicht richtig, dass wir ausländerfeindlich sind», sagte Holm, der auch Landesvorsitzender seiner Partei in MV ist. «Sondern wir wollen eine vernünftige, geordnete Politik zum Wohle unserer eigenen Nation. Und wenn wir da wohldosiert Fachkräfte dazuholen, ist das überhaupt kein Problem.»
Polizei-Spezialkräfte für Abschiebungen?
Enden müsse hingegen die illegale Einwanderung. Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber will Holm nach eigenen Worten intensivieren. Dazu wolle man ein landeseigenes Ausreisezentrum sowie eine Abschiebehaft einrichten und Spezialkräfte der Polizei einsetzen. «Der häufigste Grund, warum heute nicht abgeschoben wird, ist ja, dass diejenigen untertauchen, die abgeschoben werden sollen», sagte Holm.
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres haben in Deutschland deutlich weniger Menschen einen Asylantrag gestellt als im Vorjahreszeitraum. Nach Informationen aus dem Bundesinnenministerium beantragten im ersten Halbjahr 39.646 Menschen erstmals Schutz in Deutschland. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres nahm das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) 61.336 Asylerstanträge entgegen. Das waren damals ungefähr halb so viele Erstanträge wie im ersten Halbjahr 2024, als rund 121.000 Asylerstanträge gestellt worden waren.
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