Der französische Mitte-Rechts-Kandidat Édouard Philippe hat für ein neues Wahlbündnis oder eine neue Partei geworben. Damit will er die konservativen Kräfte vor der Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2027 zusammenführen.
Es gehe darum, »die neue Partei oder den neuen Parteienverbund zu schmieden, der es allen, die ihre Kräfte im Dienste des Landes bündeln wollen, ermöglicht, gemeinsam zu regieren«, sagte der Vorsitzende der Partei Horizons bei einer Veranstaltung im nordfranzösischen Tourcoing.
Gemeinsamer Kandidat für jeden Wahlkreis
Bei der auf die Präsidentschaftswahl folgenden Parlamentswahl soll demnach in jedem Wahlkreis ein gemeinsamer Kandidat des Mitte-Rechts-Lagers antreten. Die Bewerber sollten »unter einem gemeinsamen Banner« kandidieren, um nach der Wahl eine Mehrheit in der Nationalversammlung zu bilden.
Die Parteien müssten sich zusammenschließen, damit Frankreich weder in Richtung des sogenannten »neuen Frankreichs« der linkspopulistischen Partei La France Insoumise noch in Richtung des nationalistischen und identitätsbasierten Populismus von Marine Le Pen abdrifte, sagte Philippe.
Umfragen zufolge liegt Le Pen mit Blick auf die Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr klar vorn. Philippe gilt als aussichtsreichster Kandidat der Konservativen. Aktuelle Erhebungen deuten allerdings auf eine mögliche Stichwahl zwischen Le Pen und dem Gründer von La France Insoumise, Jean-Luc Mélenchon, hin.
Justizminister Darmanin unterstützt Philippe
Die französische Präsidentschaftswahl soll am 18. April und am 2. Mai 2027 stattfinden. Amtsinhaber Emmanuel Macron darf nach zwei Amtszeiten nicht unmittelbar erneut kandidieren. Justizminister Gérald Darmanin hatte vor zwei Wochen seine Unterstützung für Philippe angekündigt und eigene Ambitionen auf das Präsidentenamt aufgegeben.
Philippe sei »der Einzige, der gewinnen kann« und auch der Einzige, »der eine parlamentarische Mehrheit in der Nationalversammlung erreichen kann«, sagte Darmanin.
