In unserer Serie »1 von 1,9 Millionen« stellt sich regelmäßig ein Bewohner Hamburgs – einer oder eine von 1,9 Millionen Menschen – selbst vor.
»An der Alster liegt ein Meteorit. Der ist nicht vom Himmel gefallen, sondern wurde von dem Bildhauer Thomas Stricker in seiner Meteoritenwerkstatt hergestellt. Das war ein großes Happening im Jahr 2000, sechs Wochen lang konnte jeder vorbeikommen und beobachten, wie Stricker eine Gussform aus Styropor von innen mit Beton ausspritzte.
Seitdem liegt der Meteorit im Alsterpark, bei Wind, Regen und Schnee. Er ist hohl und unten offen, in feuchten Wintern hat sich der Beton mit Wasser vollgesogen wie ein Schwamm. Wenn es fror, sprengten Teile ab. Irgendwann sah der Meteorit aus wie ein Frühstücksei mit geplatzter Schale. Die Risse waren bis zu einem Zentimeter breit, da wuchs Moos drin.
