Nach Meinung von Roland Busch, dem Vorstandsvorsitzenden von Siemens, sollte die EU neue KI-Technologien schneller zulassen. »Wir dürfen das Entwicklungstempo der KI-Technologie nicht durch Regulierung bremsen«, sagte Busch der Zeitung Welt am Sonntag.
Die Technologie entwickle sich in großer Geschwindigkeit. »Man denke nur daran, wie lange es dauert, bis ein ›AI Act‹ oder ›Data Act‹ verabschiedet wird – vielleicht zwei Jahre«, sagte Busch. »In dieser Zeit können sich KI-Modelle bereits sechs- oder achtmal weiterentwickelt haben.« Bis die Verordnung tatsächlich in Kraft trete, habe sich die entsprechende KI-Technologie oft schon in eine ganz andere Richtung bewegt. »Wir hinken stets hinterher«, sagte Busch.
Busch glaubt an Investitionen in KI
Siemens hatte als Technologiekonzern zuletzt von einer hohen Nachfrage im Zusammenhang mit vor allem US-amerikanischen KI-Rechenzentren profitiert. Roland Busch sorgt sich dabei nicht vor einer Blase im KI-Bereich. »Was wir derzeit erleben, ist die größte Wette der Geschichte auf Technologie«, sagt er in dem Interview. »Aber es handelt sich hierbei nicht um eine Blase, die auf geliehenem Geld basiert. Ein Großteil der Mittel stammt von Unternehmen, die einen erheblichen Cashflow erwirtschaften.«
Der Siemens-CEO ist sich sicher, dass sich die Investitionen in die künstliche Intelligenz lohnen werden. »Die ersten positiven Effekte sehen wir bereits«, sagte er. »KI wird die Märkte definitiv positiv verändern, Effizienz und Effektivität steigern, Ressourcen schonen und Innovationen beschleunigen.«
Der 61-jährige Busch sprach sich in dem Gespräch auch gegen umfassende Zölle der EU gegen China aus. »Es mag Gründe für wenige, gezielte Zölle geben«, sagte er. »Man muss jedoch äußerst vorsichtig sein, nicht etwa mangelnde Wettbewerbsfähigkeit zu schützen, denn das rächt sich.«
