Eine Woche voller Dramatik geht zu Ende. Am Freitagmorgen, um 6.35 Uhr, starb der älteste regierende Monarch Europas, der norwegische König Harald V. Die traurige Nachricht ging um die Welt, und die Reaktionen aus den anderen Königshäusern erfolgten fast umgehend. Besonders schnell waren Willem-Alexander, König der Niederlande, und seine Frau Máxima. „Wir sind tief betrübt über den Tod Seiner Majestät König Harald V. von Norwegen. Wir bewahren die Erinnerung an die besondere Freundschaft mit ihm in unseren Herzen.“
Auch Carl XVI. Gustaf und seine Frau Silvia kondolierten prompt, kein Wunder: Der schwedische König ist der Patenonkel des neuen Königs Haakon VIII. Die Lebensgeschichte von König Harald sei außergewöhnlich, schreibt Carl XVI. Gustaf. Nach Krieg und Exil habe er mit seiner Familie in ein freies Norwegen zurückkehren, die phantastische Entwicklung des Landes im 20. Jahrhundert verfolgen und dann seinen Vater als König von Norwegen ablösen können. „Sowohl als Staatsoberhaupt als auch als erfolgreicher Sportler war König Harald ein herausragender Vertreter seines Landes. Er gab ,alles für Norwegen‘.“

Bewegend auch die Worte des britischen Königs Charles III. „Mit tiefster Trauer haben meine Frau und ich vom Tod meines lieben Cousins, König Harald V. von Norwegen, erfahren. Fünfunddreißig Jahre lang diente König Harald seinem Volk mit unermüdlichem Einsatz und führte Norwegen mit Herzlichkeit und Bescheidenheit durch Zeiten des großen Wandels.“ Das Vereinigte Königreich und Norwegen verbinde besonders enge historische und familiäre Bande. So habe Großbritannien zu den ersten Ländern gehört, die 1905 die Unabhängigkeit Norwegens anerkannten und diplomatische Beziehungen aufnahmen. Harald Großmutter, Königin Maud, war zudem eine britische Prinzessin und ein Enkelkind von Königin Victoria. So sind Charles und Harald Cousins zweiten Grades.
Besonders enge historische und familiäre Bande
„Die Königin und ich sprechen Königin Sonja und ihrer gesamten Familie unser tiefstes und aufrichtigstes Beileid aus, während Großbritannien in dieser Zeit des schmerzlichen Verlusts Anteil an der Trauer Norwegens nimmt“, schreibt Charles weiter. Neben der Todesnachricht aus Oslo war die Rückkehr von Meghan und Harry fast nur eine königliche Randnotiz.
Offiziell sind die beiden noch Mitglieder der Familie und werden „überaus geliebt“. So heißt es auf der offiziellen Website des britischen Hofs. Doch sonst erfährt man wenig über den Herzog und die Herzogin von Sussex, die zugleich Graf und Gräfin von Dumbarton und Baron und Baroness von Kilkeel sind. Das hat Tradition im britischen Königshaus und repräsentiert die verschiedenen Teile des Vereinigten Königreichs: Sussex ist eine Grafschaft im Süden Englands, Dumbarton ist eine Stadt in Schottland, Kilkeel eine Kleinstadt in Nordirland.
Das Herzogspaar wird nur mit ein paar kurzen Sätzen vorgestellt
Das Herzogspaar, das seit zwei Tagen auch wieder im Königreich ist, wird mit ein paar kurzen Sätzen vorgestellt. Das meiste ist überholt, seit dieser Woche sowieso. Betont wird vor allem, dass die beiden im Januar 2020 als arbeitende Mitglieder der Königsfamilie zurückgetreten sind. Und das bleibt auch so.
Hervorgehoben wird auch, dass der Herzog von Sussex vor 20 Jahren gemeinsam mit Prinz Seeiso von Lesotho die Organisation Sentebale gegründet hat. Die Wohltätigkeitsorganisation, die im Gedenken an die Mütter der beiden Prinzen ins Leben gerufen wurde (Sentebale bedeutet „Vergiss mich nicht“), setzt sich für Waisen und gefährdete Kinder in Lesotho ein. Unerwähnt bleibt, dass beide Prinzen schon im März 2025 ihren Rücktritt und das Ende ihrer Schirmherrschaft bekannt gaben, Grund war ein heftiger Streit mit der Vorstandsvorsitzenden Sophie Chandauka über die Ausrichtung und Führung von Sentebale.

Der 41 Jahre alte Harry hatte auch noch ein zweites Projekt in Afrika, das ihm sehr am Herzen lag: die Naturschutzorganisation African Parks. Am Montag, zwei Tage vor seiner Rückkehr ins Königreich, gab der Prinz bekannt, dass er sich auch bei dieser Organisation aus dem Vorstand zurückziehe. Man sei „einvernehmlich zu dem Schluss gekommen, dass nach zehn Jahren der richtige Zeitpunkt für ihn gekommen ist, den Posten im Rahmen einer routinemäßigen Erneuerung der Führung abzugeben“, teilte sein Sprecher mit. Harry sei „stolz auf seine zehnjährige Tätigkeit bei African Parks“ und bleibe dem Naturschutz verpflichtet. Der Prinz sei selbst zurückgetreten und „wurde nicht aus dem Vorstand entfernt“. Er unterstütze weiter die Mission der Organisation.
Auch die Organisation African Parks hat Harry verlassen
African Parks verwaltet 24 Schutzgebiete in 13 Ländern und bekommt Fördermittel von der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten. Grund für den Rücktritt könnten auch die Vergewaltigungs- und Foltervorwürfe gegen Ranger sein, die African Parks schon im Mai 2025 eingeräumt hatte. Demnach waren Mitarbeiter an Menschenrechtsverletzungen an der indigenen Gruppe der Baka in der Republik Kongo beteiligt gewesen.
Auf der Website des Palastes finden sonst nur noch die 2014 von Harry initiierten und organisierten ersten Invictus Games in London Erwähnung. „Bei diesen Spielen handelt es sich um einen internationalen Sportwettbewerb für verwundete, verletzte und erkrankte Angehörige der Streitkräfte. Die Veranstaltung nutzt die Kraft des Sports, um den Genesungsprozess zu fördern, die Rehabilitation zu unterstützen sowie ein breiteres Verständnis und mehr Respekt für all jene zu schaffen, die ihrem Land dienen.“
Die sieben folgenden Invictus Games, in Orlando, Toronto, Sydney, gleich zweimal in Den Haag, Düsseldorf und Vancouver-Whistler werden nicht aufgeführt. Und auch nicht die Stadt in England, in der sie im nächsten Jahr stattfinden, und die Harry nur zu gerne zusammen mit seinem Vater, König Charles III., eröffnen möchte: Birmingham.
Nächste Woche beginnt für ihre Kinder die Schule
Was Meghan und Harry sonst so planen, bleibt weiterhin offen. Nächste Woche beginnt allerdings für ihre Kinder die Schule, Bilder soll es von Prinz Archie und Prinzessin Lilibet aber von dem Ereignis keine geben. Überhaupt weiß niemand genau, wie die beiden aussehen, da Mutter Meghan bisher nur Fotos von ihnen von hinten, der Seite oder mit abgedeckten Gesichtern veröffentlicht hat. Die Anonymität der beiden ließ sich in Kalifornien und solange sie nur zuhause waren leichter bewerkstelligen, als es wahrscheinlich in England und beim täglichen Gang zur Schule sein wird.
Die Kinder von Thronfolgern müssen sich frühzeitig ans Rampenlicht gewöhnen. Und wer Teil des Hofs ist, ist auch öffentliche Person. So wie die beiden neuen Enkelkinder vom jordanischen König Abdullah II. und seiner Frau, Königin Rania. Tochter Iman und ihr Mann Jameel Alexander Thermiotis sind Eltern von Zwillingen geworden.
Erst im Juni hatte die 55 Jahre alte Rania stolz über Instagram die Schwangerschaft verkündet, einen Monat später sind die zwei Mädchen, die Talia und Rania (!) heißen, schon da. Die beiden haben auch schon eine ältere Schwester, die zwei Jahre alte Amina.
Prinzessin Iman kann nicht ihrem Vater nachfolgen
Rania, die Königin, und ihr Mann haben vier Kinder: Kronprinz Hussein ist 32 und hat auch schon eine Tochter, Iman. Sie kann aber nicht ihrem Vater nachfolgen, da nur Männer thronfolgeberechtigt sind. Auch Husseins jüngere Schwestern sind keine Reserve, ihm würde, wenn er keinen Sohn bekäme, der jüngste der vier Geschwister, der erst 21 Jahre alte Prinz Haschem nachfolgen.
In Belgien ist es genau umgekehrt: Dort steht Elisabeth als Nachfolgerin ihres Vaters fest. Der Zweitjüngste der vier Geschwister, Prinz Gabriel, ist zwar Reserve und wird auf eine mögliche Thronfolge vorbereitet, er kann aber auch ganz eigenen Interessen nachgehen. Etwa dem Bergsteigen. Kurz vor seinem 23. Geburtstag am Donnerstag vor einer Woche führte ihn „ein sportlicher Urlaub“, wie der Palast mitteilte, „auf die Gletscher und Gipfel des Mont-Blanc-Massivs bis zur Albert-I.-Hütte – benannt zu Ehren des dritten Königs der Belgier, eines begeisterten Bergsteigers“. Nun sei der Prinz bereit, „voller Tatendrang in sein 24. Lebensjahr zu starten!“

Eine Woche später stand schon der nächste wichtige Termin für Prinz Gabriel im Rampenlicht an: Der älteste Sohn von König Philippe und Königin Mathilde bekam an der Königlichen Militärschule offiziell sein Diplom in Sozial- und Militärwissenschaften überreicht. Damit schloss Gabriel eine vierjährige Ausbildung ab. Als Nächstes folgt eine Ausbildung zum Fallschirmjäger, wie der Königspalast mitteilte. Die militärische Ausbildung findet in Marches-les-Dames bei Namur und Schaffen in Flämisch-Brabant statt.
Verborgener Schatz wird nun ausgestellt
Philippes Schwester, Prinzessin Astrid, ist mit Prinz Lorenz, Erzherzog von Österreich-Este aus dem Haus Habsburg-Lothringen verheiratet. Und auch schon der zweite König der Belgier, Leopold II. hatte im Jahr 1853 eine Erzherzogin von Österreich geheiratet, Marie-Henriette von Habsburg-Lothringen. Ihre Nachfahren tragen also alle habsburgisches Blut. Von ihren Vorfahren wiederum wurde vor zwei Jahren ein Schatz gefunden, der seit 1939 in den Mauern der Kathedrale von Vilnius verborgen war. Es handelt sich um wertvolle Grabbeigaben der litauisch-polnischen und österreichischen Herrscher aus dem 16. Jahrhundert, die zu Beginn des Zweiten Weltkriegs versteckt worden waren.

Zu den Hauptexponaten zählen Grabkronen und Insignien von König Alexander der Jagiellone (1461–1506) und den beiden Königinnen Elisabeth von Habsburg (1526–1545) und Barbara Radziwiłł (1522–1551), deren Gruften sich in den Gewölben unter der Kathedrale befinden. Jahrzehntelang galten die ursprünglich 1931 nach einem Hochwasser in den unterirdischen Grabkammern entdeckten und danach ausgestellten Relikte als verschollen. Nachdem Litauen 1990 seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion zurückerlangt hatte, wurden wiederholt vergebliche Versuche unternommen, um sie wiederzufinden.
Ende 2024 wurden litauische Fachleute dann mithilfe von endoskopischen Kameras fündig – hinter einer zugemauerten Treppennische im für Führungen zugänglichen Bereich einer Krypta. Eingewickelt in Zeitungen aus dem Jahr 1939, waren die Insignien dort zusammen mit persönlichem Schmuck der Herrscher wie goldene Ringe mit seltenen Edelsteinen versteckt.
Die Jagiellonen und die Habsburger zählten einst zu den mächtigsten Herrscherfamilien Europas. Die Österreicherin Elisabeth von Habsburg, Tochter von Kaiser Ferdinand I., war die erste Frau des polnisch-litauischen Regenten Sigismund II. August vom Geschlecht der Jagiellonen, das die Könige von Polen und die Großfürsten von Litauen stellte. Die beiden Länder bildeten im 15. und 16. Jahrhundert im Verbund einst den größten Flächenstaat Europas. Das polnisch-litauische Reich erstreckte sich damals zeitweise von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer.
Nun sind die wertvollen Stücke erstmals in der neu eröffneten Ausstellung „Hidden Within“ im Museum des kirchlichen Erbes in Vilnius bis zum 30. Januar 2027 zu sehen.
