
Die Bundesregierung ist zurück aus der Sommerpause. Nach einem zweitägigen Aufenthalt auf Schloss Neuhardenberg will sie mit frischem Elan in den Herbst starten. Was dabei neben dem Streit um die Rente mit 63 und der Spekulation um mögliche Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern fast unterging: Das Kabinett hat sich in dieser Woche auch auf eine kleine Reform der Fernwärme geeinigt.
Dass Bedarf besteht, darin sind sich fast alle einig. Nah- und Fernwärme sollen in Zukunft in Großstädten noch eine deutlich größere Rolle spielen und alte Öl- und Gasheizungen insbesondere dort ablösen, wo Wärmepumpen aus ästhetischen Gründen, aus Platzmangel oder aus Lautstärkegründen nicht zum Zuge kommen können.
Doch während um die Jahrtausendwende herum auf Strom- und Gasmärkten Erzeugung und Vertrieb strikt vom Betrieb der Netze getrennt wurden, um Wettbewerb zu ermöglichen, hat sich die Politik bei Wärmenetzen anders entschieden: Bis heute agieren die Anbieter als lokale Monopolisten. Dadurch haben sie entsprechend geringe Anreize, den Kunden möglichst niedrige Preise anzubieten.
Da Schwarz-Rot daran grundsätzlich nichts ändern will, doktert sie bloß weiter an den Symptomen herum: Auf einer Plattform müssen Anbieter verpflichtend ihre Preise und Tarifstrukturen anzeigen, die Preisaufsicht soll gestärkt werden. Ob die Fernwärme so wirklich attraktiver wird, steht in den Sternen.
