Der verurteilte Betrüger Hendrik Holt ist auf der Flucht. Holt sei nicht von einem genehmigten Ausgang in die Justizvollzugsanstalt Berlin zurückgekehrt, teilte die Staatsanwaltschaft Osnabrück mit. »Mittlerweile liegen Tatsachen vor, aufgrund derer von einer Flucht auszugehen ist«, sagte ein Behördensprecher. Nach dem 36-jährigen Holt werde nun gefahndet.
Details wollte der Sprecher wegen der laufenden Ermittlungen nicht nennen. Klar ist demnach nur, dass Holt am Dienstag nicht von einem Freigang des offenen Vollzugs Berlin zurückkam.
Wie der NDR berichtet, könnte sich Holt in Moskau aufhalten. Demnach wurde auf einem Instagram-Account, der offenbar Holt zuzuschreiben ist, ein Bild mit der Aufschrift »Liebesgrüße aus Moskau sehr schön hier der Kaviar ist fantastisch« gepostet.
Bandenmäßiger Betrug, Bestechung, Urkundenfälschung
Holt war 2020 im Berliner Hotel Adlon festgenommen worden, 2022 wurde er vom Landgericht Osnabrück in mehreren Verfahren zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fast neun Jahren verurteilt. Es ging um bandenmäßigen Betrug, Bestechung, Urkundenfälschung.
Holt hatte unter anderem angeblich existierende Windparks an ausländische Stromkonzerne verkauft, die es in Wahrheit gar nicht gab. Zudem hatte er ausländische Diplomaten bestochen, um sich mit einem Diplomatenpass gegen deutsche Strafverfolger immun zu machen.
Wie die Welt diesen Monat berichtete, soll Holt aus dem Gefängnis heraus über Mittelsmänner den Flughafen Rostock-Laage kaufen lassen haben – für 3,1 Millionen Euro. Inwiefern Holt persönlich Geld für den Flughafen-Kauf beisteuerte ist dem Bericht zufolge unklar. Gegen ihn läuft ein Insolvenzverfahren.
