
Eine von dem nationalen Zentrum zur Verbreitung deutscher Filme „German Films“ berufene Jury hat Sandra Wollners Spielfilm „Everytime“ als deutschen Beitrag für die 99. Academy Awards in der Kategorie „Internationaler Spielfilm“ ausgewählt. Aus einer Liste von elf Filmen wählte die neunköpfige Jury „Everytime“ als deutschen Oscar-Kandidaten aus.
In ihrem jüngsten Film gelinge der Regisseurin und Drehbuchautorin Sandra Wollner, mit ihrer „herausragenden Kameraarbeit eine schimmernde und bisweilen ätherische Atmosphäre“ zu schaffen. Der Film beginnt mit einem Blick über Berlins Dächer, die Kamera zoomt auf das Dach eines Plattenbaus, auf dem zwei bedröhnte Teenager nach einer durchfeierten Nacht herumtorkeln – bis einer in die Tiefe stürzt. Von diesem unerwarteten, brutalen Tod des 17-jährigen Mädchens, das nur das Leben genießen wollte, und der Trauer der durch den furchtbaren Unfall verstümmelten Familie handelt „Everytime“.
Die in Berlin lebende, 1983 in Leoben in der österreichischen Steiermark geborene Regisseurin Sandra Wollner, die schon für ihren ersten Spielfilm, „Das unmögliche Bild“, hoch gelobt wurde, war bereits beim Filmfestival in Cannes für „Everytime“ mit dem Hauptpreis der Nebensektion „Un certain regard“ ausgezeichnet worden. Neben Wollners Familiendrama qualifizierten sich durch eine neue Regeländerung bei den Oscars auch zwei weitere deutsche Produktionen.
Der Film „Gelbe Briefe“ von İlker Çatak ist nach den neuen Statuten automatisch qualifiziert, weil er den Goldenen Bären bei der Berlinale erhielt, Visar Morinas „Von Scham und Geld“ hat ebenfalls einen sicheren Startplatz, weil der Film zuvor mit dem World Cinema Grand Jury Prize beim Sundance Film Festival ausgezeichnet wurde.
