Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat in seinem Programm vor einer Kündigung der Rundfunkstaatsverträge gewarnt. Am Montag unterbrach der MDR dafür mehrere Radio- und Fernsehsendungen.
In der TV-Sendung MDR Sachsen-Anhalt Heute kündigte der Moderator gerade ein Beitrag zum Thema Reitsport an, als das Bild plötzlich flimmerte und schwarz wurde. Anschließend war zu lesen und zu hören: »Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Keinen MDR mehr in Sachsen-Anhalt? Das könnte passieren.« Es folgte ein Interview mit dem MDR-Intendanten Ralf Ludwig.
Ähnliches passierte am Morgen bereits im Hörfunk. Am Ende der Rundfunknachrichten von MDR Sachsen-Anhalt übergab ein Nachrichtensprecher an eine Kollegin, daraufhin war jedoch sekundenlang nichts zu hören. Dann sagte auch die Journalistin: »Wie Sie hören, hören Sie nichts.«
»Der MDR ist unfreiwillig Wahlkampfthema«
Mit den Programmunterbrechungen macht der MDR auf mögliche Folgen einer AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt aufmerksam. Die AfD hat angekündigt, im Falle einer Regierungsübernahme die Rundfunkstaatsverträge zu kündigen.
In einer Unternehmensmitteilung hieß es, der MDR sei »unfreiwillig Wahlkampfthema«. Eine Kündigung des Rundfunkstaatsvertrags, wie von der AfD angekündigt, sei rechtlich möglich. »Sollte es sich um eine wirksame Kündigung handeln, würde Sachsen-Anhalt aus dem MDR ausscheiden. Der MDR bestünde dann noch durch die Bundesländer Sachsen und Thüringen und hätte keinen Programmauftrag mehr für Sachsen-Anhalt.« Leidtragende wären laut dem Sender die vielen Menschen, »die den MDR und seine Angebote oft und gern nutzen und schätzen«.
In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt. In Umfragen liegt die AfD derzeit mit mehr als 40 Prozent der Zweitstimmen deutlich vor der CDU, die auf 24 Prozent kommt.
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