Wer schon einmal in Salzburg war, würde nicht auf die Idee kommen, dass die Stadt noch mehr Mozart braucht. Es gibt ihn als Pappaufsteller in der Altstadt, als Playmobil-Figur, gute 30.000-mal verkauft pro Jahr, und natürlich, weltberühmt, in Kugelform. In den Souvenirshops der Innenstadt ziert sein Bild Regenschirme, Kochschürzen, Badeenten, kurz: alles, was Touristen gerne sehen, während sie vom Mirabellgarten zum Wohnhaus am Makartplatz und weiter zum Mozart-Denkmal auf der anderen Seite der Salzach wandern.
So gesehen muss man die Salzburger eigentlich dafür bewundern, dass sie in ihrer Mozart-Manie heuer noch einen draufsetzen konnten und gleich 320 Statuen von ihm aufstellten. In Miniatur, 49 Zentimeter hoch. 50 der goldfarbenen Kunststofffiguren standen im Garten des Mozarteums, 40 im Mozart-Wohnhaus und im Zauberflöten-Häuschen. Und 230 im zentralen Ort der Installation, im Mirabellgarten. Nur waren dort plötzlich nur noch 20 Mini-Mozarts übrig, der Rest war offenbar gefladert worden. Erst zizerlweis, später zu Dutzenden, immer in der Nacht. Vergangene Woche musste dieser Teil der Ausstellung vorzeitig beendet werden. Zu wenig Mozart, eine ungewohnte Situation in Salzburg.
