
Iran steht seit Jahrzehnten unter dem Druck westlicher Sanktionen, deshalb wird das Teheraner Regime Trumps Drohung mit einem „wirtschaftlichen D-Day“ nicht aus der Fassung bringen. Es hat viel Erfahrung in der Umgehung von Sanktionen, und es kann vor allem auf einen mächtigen Partner zählen: China ist der wichtigste Käufer iranischen Öls, und es hat in einer ersten Reaktion nicht erkennen lassen, dass es Trump in dieser Sache unterstützen will.
Für Xi Jinping war der Irankrieg ein zweites strategisches Geschenk dieses US-Präsidenten. Erst hat Trump die Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Chinas Verbündeten Russland geschwächt. Nun hat er seine eigenen Kräfte am Golf gebunden (und dort viel Munition verschossen).
Den ersten Zollkrieg konnte er nicht gewinnen
Amerika ist heute der einzige ernst zu nehmende Gegenspieler, den China noch hat, deshalb dürfte die Neigung in Peking gering sein, Trump aus einer Patsche herauszuhelfen, die er sich selbst eingebrockt hat. Und auch Trump selbst wird sich hier jeden Schritt gut überlegen müssen. Seinen ersten Zollkrieg gegen China konnte er nicht gewinnen.
Trump versucht nun, mit Sanktionen zu erreichen, was er militärisch nicht durchsetzen kann. Iran ist ohne Zweifel geschwächt durch den Krieg und die amerikanische Seeblockade. Aber Sanktionen sind ein Spiel, zu dem ein langer Atem auf beiden Seiten gehört: Irans Druckmittel bleibt die Straße von Hormus.
