
Auf dem Merianplatz soll eine Skulptur aufgestellt werden. Das Kunstwerk ist der Form eines auf fast zwei Meter Höhe abgesägten Baumes nachempfunden. Es soll an die zwei Platanen erinnern, die im Sommer 2025 von Unbekannten mit Glyphosat vergiftet wurden. Die Stadt musste die absterbenden Bäume fällen. Der Schock über die mutwillige Zerstörung zweier gesunder Bäume war groß in der Bevölkerung. 200 Menschen feierten eine Abschiedsfeier. Es entstand die Idee, den Bäumen ein Denkmal zu setzen.
Im Ortsbeirat Nordend sorgte die Skulptur jedoch für eine Diskussion. „Ich baue doch keine Blechskulptur für einen Baum“, sagte Claudia Erhardt (CDU). Ursprünglich sei im Ortsbeirat besprochen worden, dass das Kunstwerk aus Holz sein soll. Mitglieder anderer Fraktionen schlossen sich der Kritik an. Ortsvorsteherin Karin Guder (Die Grünen) stellte schließlich die Grundsatzfrage: „Aber wenn wir jetzt zustimmen und finden das eigentlich doof? Ich meine, das steht dann da und wir sehen es jeden Tag.“
Erinnerung an „Riesenverbrechen“
So weit wollten die Mitglieder des Ortsbeirats dann nicht gehen. „Dieses Denkmal ist aus der damaligen Situation heraus entstanden“, sagte die stellvertretende Ortsvorsteherin Juliane Staubach (CDU). Nach einer gewissen Zeit könne man das Denkmal auch abbauen und etwas anderes an die Stelle setzen. Dem widersprach Manfred Zieran (ÖkoLinX) vehement: „Das ist ein Riesenverbrechen gewesen, was da passiert ist.“ Gerade nach dem derzeitigen Dürresommer müsse den Bäumen ein Denkmal gesetzt werden.
Eine Mehrheit aus den Fraktionen Grüne, SPD, Linke, Volt und ÖkoLinX stimmte dem Denkmal schließlich zu. „Immerhin ist die Kunst günstiger als so manch andere Kunst hier in Frankfurt“, sagte Staubach. Sie bezog sich, ohne es zu betonen, auf die umstrittene Skulptur „Sky full of Hope“, die über der Konstablerwache installiert ist.
Die Blechskulptur wurde von einem Auszubildenden des Grünflächenamtes als Ausbildungsstück gefertigt. Sie wird den neu gestalteten Merianplatz ergänzen. Nachdem die Bäume hatten gefällt werden müssen, reagierte die Stadt schnell. Seit diesem Frühjahr ist der Platz entsiegelt, und es wurden acht junge Bäume gepflanzt.
