Der im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn wütende Brand ist nach offiziellen Angaben zunehmend unter Kontrolle – eine vollständige Entwarnung gibt es jedoch noch nicht. Einem Lagebericht des Gouverneurs der Provinz Lüttich zufolge bestand am Abend keine Gefahr, dass sich das Feuer derzeit ausbreiten könnte. Man sei auf dem Weg zur endgültigen Eindämmung. Doch Wachsamkeit sei weiter geboten.
Am Nachmittag hatte das Büro mitgeteilt, das Feuer dürfte sich voraussichtlich nicht weiter ausbreiten, sofern die Wetterbedingungen stabil bleiben und keine unvorhergesehenen Ereignisse eintreten.
Im westlichen Teil des Brandgebiets gelte das Feuer als vollständig gebändigt, hieß es. Im Osten dagegen sei die Situation bislang nicht komplett beherrscht, die Arbeiten gingen weiter. Dort könnten laut Lagebericht möglicherweise Brandherde erneut aufflammen.
Man sei optimistisch, hatte der Beauftragte für Krisenkommunikation des Gouverneurs, Tony Hosmans, der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Die Situation sei aber weniger stabil.
Feuerwehrleute aus Deutschland ziehen sich zurück
Die Grenzstadt Monschau teilte am Abend mit, der deutsche Einsatz gelte nun als beendet und die Maßnahmen würden zurückgebaut. Vorerst bleibe ein erhöhter Streifendienst in der Ortschaft Kalterherberg vorhanden. Die Luftwerte würden weiterhin überprüft. Mit der Beendigung der Maßnahme würden die letzten 95 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) und der Feuerwehr auf deutscher Seite abgezogen.
Bereits am Mittwochnachmittag war die vorsorgliche Evakuierung eines Ortsteils von Monschau aufgehoben worden. 30 Menschen aus Kalterherberg durften in ihre Häuser zurück. Zwar werde die Warnung vor möglicher Geruchsbelästigung weiter aufrechterhalten, wahrnehmbarer Rauch habe aber deutlich abgenommen. «Zwischendurch kommt mal ein Windchen rüber. Das war es aber auch», sagte der Monschauer Feuerwehr-Einsatzleiter Philipp Krüger der Deutschen Presse-Agentur.
Deutsche Hubschrauber im Einsatz
Im Brandgebiet wird auch aus der Luft gegen die Flammen vorgegangen: Sieben Löschflugzeuge und -hubschrauber sind den Angaben des zuständigen Gouverneurs nach im Einsatz: zwei deutsche und zwei norwegische Hubschrauber, ein Hubschrauber der belgischen Bundespolizei zur Koordination des Flugbetriebs sowie zwei schwedische Löschflugzeuge.
Laut dem Kommunikationsbeauftragten Hosmans wurden fünf Feuerwehrleute verletzt: eine Einsatzkraft habe Rückenprobleme, zwei Knöchelverletzungen und zwei Personen Beschwerden wegen des Rauchs. Eine Messung habe letztendlich aber keine bedenklich hohe Kohlenmonoxidbelastung gezeigt.
Das Feuer in dem belgischen Hochmoor zerstörte seit Freitag rund 3.000 Hektar und gilt als eines der größten in der Geschichte Belgiens. Man habe begonnen, zur Brandursache zu ermitteln, teilte der Gouverneur mit. Man könne aber noch keine Schlussfolgerungen ziehen.
Eifel: Feuer im Hürtgenwald unter Kontrolle
Im Hürtgenwald in der Eifel ist der Waldbrand unter Kontrolle. Mittlerweile seien auch fast alle Glutnester gelöscht, teilte die Gemeinde am Vormittag mit. Das Waldgebiet ist gesperrt. Dies diene einerseits dazu, neue Brände zu verhindern, und andererseits dem Schutz der Menschen, sagte eine Sprecherin des Kreises Düren. Viele Bäume seien durch das Feuer geschwächt und instabil. Der Hürtgenwald im Kreis Düren liegt nur rund 20 Kilometer von Monschau entfernt.
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